Jülich: Alte Realschule als Kita-Standort ausgeschlossen

Jülich: Alte Realschule als Kita-Standort ausgeschlossen

Bei der Schaffung einer dreigruppigen Kindertageseinrichtung in Jülich läuft Politik und Verwaltung die Zeit davon. „Alle Gruppen in Jülich sind überbucht“, unterstrich Dezernentin Katarina Esser am Montag im Ausschuss für Jugend, Familie, Integration, Soziales, Schule und Sport die Dringlichkeit.

Zusätzlich gebe es auf der Warteliste 37 Mädchen und Jungen sowie fünf Asylkinder. Zudem würden allein in den städtischen Einrichtungen drei Notgruppen unterhalten.

Während Matthias Hoven (Jül, „die Entscheidung drängt“) das Gelände der ehemaligen Realschule als „geeigneten Platz für eine Übergangslösung“ vorschlug, kommt das Areal für Harald Garding (SPD) und Lambert Schmitz (CDU) „nicht in Betracht“.

Beide bevorzugen die ehemalige Jugendverkehrsschule an der Rochus-straße für das Aufstellen von bis zu drei mobilen Einheiten, in denen die Kita übergangsweise untergebracht würde, zumal das Gelände dank Strom- und Wasseranschluss eine sofortige Nutzung erlaube. Zudem könne das benachbarte Seniorenzentrum St. Hildegard das Mittagessen liefern.

Einwände der ortsansässigen Industrie gegen diesen Standort sollen in weiteren Gesprächen ausgeräumt werden. Dass die Industrie sich gegen eine provisorische Tageseinrichtung für Kinder stellt, können sich beide nämlich nicht vorstellen.

Parallel zur Herrichtung des Provisoriums läuft die Suche nach einem Grundstück für den Bau der neuen Einrichtung. Hier wird derzeit das ehemalige FH-Gelände favorisiert. Davon unabhängig regten Marco Johnen (CDU) und Lambert Schmitz an, den Landrat als Vertreter des Kreises für kommende Woche in den Hauptausschuss einzuladen, um mit ihm die Kita-Problematik zu erörtern.

Am Ende stimmte der Fachausschuss gegen vier Stimmen für den Standort Jugendverkehrsschule sowie einstimmig für die Schaffung befristeter Stellen, die Bereitstellung der Mittel und die Prüfung von Standorten für den Neubau.

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