Alte FH Jülich: Alle Grundstücke sind reserviert

Fläche der Alten FH Jülich : Alle Grundstücke im Neubaugebiet sind reserviert

Wohnraum ist im Nordkreis ziemlich gefragt, das zeigt sich nicht nur in Titz, Linnich, Inden oder Aldenhoven. Auch das jüngste Wohnquartier in Jülich auf der Fläche der Alten Fachhochschule ist noch gar nicht richtig da, aber schon ausgebucht.

„Alle Grundstücke sind reserviert“, sagte Frank Drewes, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) Jülich am Dienstag. Das sind immerhin 55. Bei Fertigstellung aller Eigenheime und Mietshäuser wird das Mittelzentrum um gut 200 Menschen gewachsen sein.

Mit dem symbolischen Spatenstich ist am Mittwochmittag die Erschließung des Areals gleich neben dem entstehenden Kindertagesstättenneubau am Ginsterweg gestartet worden. Es war das glückliche Ende einer ziemlich langen Geschichte. Das räumte auch Beigeordneter Martin Schulz in Vertretung von Bürgermeister Axel Fuchs ein: „Vor über zehn Jahren gab es erste Gedanken, die Fachhochschulgebäude zu sanieren, bis man feststellte: Das könnte teuer werden.“ In der Folge kristallisierte sich ein großes Neubau-Vorhaben heraus, das schon 2012 gestartet wurde. Dazu wurden Flächen, die sich im Besitz der Stadt Jülich befanden, in Anspruch genommen – mit der Verabredung, der Stadt die alten Landesflächen am Ginsterweg zu einem Teil zu überlassen. Diese Verabredung, die letztlich zu einer Grundstücksteilung führte, gestaltete sich juristisch recht schwierig und dauerte.

Jetzt aber sind nicht nur im übertragenen Sinn die Steine aus dem Weg geräumt. „Wir haben eine lange Geschichte hinter uns und eine hoffentlich kurze vor uns“, sagte Martin Schulz am Mittwoch vor einigen Dutzend geladenen Gästen, darunter auch einige Menschen, die auf der Fläche ein Grundstück reserviert haben und bauen wollen.

Die bunten Bereiche auf dem Plan zeigen die 55 Grundstücke auf dem Areal der Alten Fachhochschule, die nun erschlossen und bebaut werden. Foto: ZVA/Grafik

Bis zum Sommer werde die Firma Blandfort voraussichtlich benötigen, um das Areal so zu erschließen, dass danach gebaut werden kann. Das sagte SEG-Geschäftsführer Frank Drewes beim Spatenstich. Unter Umständen seien am Jahresende schon die ersten Neubürger auf der alten FH-Fläche zu Hause, spätestens aber 2020. 

Kooperationspartner der Stadtentwicklungsgesellschaft ist ein zweites kommunales Unternehmen: die Stadtwerke Jülich GmbH. Deren Geschäftsführer Ulf Kamburg zeigte sich nicht nur mit Blick auf die 55 Grundstücke hoffnungsvoll: „Wir sind froh, wenn die Stadt wächst. Und Jülich wird wachsen.“

Schnelle Breitbandleitungen

Der Versorger wird für die neuen Gebäude Lösungen anbieten, die einer modernen Forschungsstadt und der dringlicher werdenden Energiewende zur Ehre gereichen, versprach er. Eine Verbindung von Brennstoffzellen mit Photovoltaikanlagen werde angeboten, auch Modelle für Mietshäuser, die entlang der Haubourdinstraße vorgesehen sind. Zudem wollen die Stadtwerke die gesamte Fläche mit schnellsten Breitbandleitungen ausstatten.

Jan Schayen, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtentwicklungsgesellschaft, ist sich sicher: „Hier wird sich die Zukunft abspielen.“ Er sagt voraus, dass ein „schönes Quartier“ entsteht, das sich homogen in die vorhandene Bebauung in der Nachbarschaft einfüge.

Martin Schulz sieht die Wohnflächenentwicklung auch in direkter Verbindung mit dem hochmodernen Gewerbegebiet „Brainergy-Park“, das auf der Merscher Höhe entstehen wird und in naher Zukunft sicher zahlreiche neue Arbeitsplätze bieten werde.

Es sei klug, dann in der Nachbarschaft auch neue und attraktive Wohnflächen anzubieten. Da das Alt-FH-Gelände schon ausgebucht ist, müssen Stadt und SEG also jetzt zügig nachlegen.

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