Jülich: Als guter Geist allgegenwärtig

Jülich: Als guter Geist allgegenwärtig

Er sei bereits da gewesen, als sie ihre Stelle als Vikarin in der Herzogstadt angetreten habe, erinnerte sich Pfarrerin Karin Latour anlässlich des 25-jährigen Dienstjubiläums von Udo Gerdes, Küster der evangelischen Kirchengemeinde Jülich, während des Festgottesdienstes in der Christuskirche.

Gleiches galt, als sie zur Pfarrerin berufen wurde. Auch sonst repräsentiere er eine Konstante im Gemeindeleben. So sei der erste Satz bei vielen Besuchern des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses die Frage: „Ist Udo da?”

Durch seine Präsenz, seine Freundlichkeit und Kompetenz - unter anderem als Handwerker und Computerfachmann sowie als Mitarbeiterpresbyter und Mitglied im gemeindlichen Bauausschuss - habe er die Gemeinde mitgeprägt, erklärte Pfarrer Horst Grothe beim Empfang im Bonhoeffer-Haus. Nicht nur dort sei er allgegenwärtig, auch für die Kindertagesstätte in der Röntgenstraße und die Wohnanlage Buchenweg/Ulmenweg sowie natürlich für die Christuskirche sei er zuständig.

In einer kurzen Abhandlung über die Ursprünge des Küsterberufes kam er auf die Herleitung der Bezeichnung vom lateinischen „custos” (Wächter, Hüter, Aufseher) zu sprechen. Dann ließ er das Substantiv „custos” durch alle Formen deklinieren, denn „der Küster ist ein Mann für alle Fälle”. Und wie heißt der Vokativ, also die Rufform? Natürlich: „Udo”!

Abzähl-Bäume

Allerdings ist auch dessen Zeit nicht unbegrenzt, daher überreichte Gertrud Gärtner, Leiterin der evangelischen Kindertagesstätte, dem Küster ein Leporello aus vier Tannenbäumen, denn so zähle er die Jahre bis zur Rente: „Wenn der letzte weg ist, dann dauert es nicht mehr lange.”

Flexibel, vielseitig, loyal, zuverlässig, verschwiegen, umsichtig, nachdenklich, aufmerksam - zum Thema „Udo Gerdes” fielen dem ehemaligen Pfarrer Dr. Thomas Kressner etliche Attribute ein. „Das Einzige, was du nicht kannst, ist ?Nein sagen.”

Abschließend bedankte sich Udo Gerdes, der sich ansonsten lieber im Hintergrund hält, bei allen Beteiligten. Dabei unterstrich er, dass ihm die Christuskirche besonders am Herzen läge, und verwies dabei auf einen Vers im Psalm 26: „Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt.” Dies gelte für ihn nach 25 Jahren immer noch und vielleicht sogar immer mehr.