Jülich: Allewelt Ensemble kombiniert grandios Musikstile

Jülich: Allewelt Ensemble kombiniert grandios Musikstile

Lebensfroh, mitreißend und leidenschaftlich gaben sich „Nino & das Allewelt Ensemble“ im Saal des KuBa. Nicht zu verwechseln mit einem Allerweltsensemble ist der Bandname Programm: In ihren Stücken kombinieren die fünf professionellen internationalen Musiker Musikgenres aus aller Welt miteinander. Dies betonte Marijke Barkhoff-Freeling, Vorsitzende des veranstaltenden Vereins „Kultur ohne Grenzen“.

So verschmolzen georgische Liebeslieder mit schneller Klezmermusik. Die dem Irish Folk ähnelnde galizische Musik paarte sich mit melodischen Grundstrukturen der klassisch-indischen Musik. In ausgeprägten Jazz-Grooves fanden sich Elemente im mazedonische Elf-Achteltakt wieder.

Angeführt wurde das „Allewelt Ensemble“ von der charmanten und temperamentvollen Sängerin und Gitarristin Nino Girsiashvili aus Georgien, unter anderem bekannt aus der Romagruppe „Romano Trajo“ oder dem jiddischen Quartett „Sha shtil“. Häufig kommunizierte ihr schnelles und leidenschaftliches Gitarrenspiel mit den verschiedenartigsten Geigeninterpretationen des studierten Jazzmusikers Alexander Meyen aus Berlin. Oder mit den Saxofon- oder Querflöten-Loops der Schweizer Elektronikmusikerin Eela Soley, die sämtliche Blasinstrumente bedient.

Gemeinsam mit Drummer Michael Wex aus Bergheim gab Bassist Benjamin Trawinsky aus Kroatien den ständig wechselnden Rhythmus vor. So ist das Instrumental „Gadjo Dilo“ (Eine Fremde) ein Stück der Sinti und Roma. Thema und roter Faden ist die fröhliche und schnelle „Zigeunermusik“. Im Mittelteil dominierten Klezmer-Akzente, später jazzige Klänge. In stets steigendem Tempo kommunizierten Gitarre und Geige, Saxofon und Bass miteinander und ließen die ungewöhnlichsten Geräusche erklingen, unter anderem zwitscherte ein Saxofon. „Janaya“ ist ein temperamentvolles georgisches Stück mit einigen gesungenen Passagen. Nach Aussage der moderierenden Gitarristin zum Inhalt wird ein Besucher gebeten, Platz zu nehmen. Anstelle einer Diskussion wird ihm nun die Tradition des Rotweintrinkens erläutert. „Kolyn“ ist ein fröhliches jiddisches Instrumental, in dem die schnellen fließenden Melodiebögen der Geige dominieren.

Das überwiegend in Molltönen gespielte „Asho Chela“ aus Georgien, ist ein sehr trauriges Lied, in dem ein kaukasischer Bauer den Verlust seines Ochsen beklagt, ohne den er im kalten Winter nicht überleben kann. Deshalb schlug Wex am dramatischen Ende eine Kuhglocke an. Nach der Kaffepause folgten weiter jiddische, georgische Lieder und solche aus der Welt der Sinti und Roma, ergänzt von armenischem, galizischen und russischem Repertoire. Die Zuschauer im gut gefüllten Saal des KuBa spendeten begeisterten Applaus.

(ptj)