Aldenhoven: Aldenhovener Schützen halten das Brauchtum hoch

Aldenhoven : Aldenhovener Schützen halten das Brauchtum hoch

„In der heutigen Zeit übernehmen die Schützenbruderschaften mit viel Herzblut und Zeitaufwand die Pflege von Traditionen und Brauchtum. Sie sind das Salz in der Suppe einer Gemeinde; denn sie halten eine Ortsgemeinschaft zusammen.“ Die St. Sebastianusbruderschaft Aldenhoven lädt zum Schützenfest und zum Zapfenstreich ein.

Diese ganz wichtige Erkenntnis insbesondere für das gesellschaftliche Leben in unseren Dörfern stellt das „Protektoren-Duo“ Klaus und Nadine Becker in seinem bemerkenswerten Grußwort in der Festschrift zum Aldenhovener Schützenfest in den Vordergrund, das am Ende dieser Woche wiederum Aldenhovener beleben wird. Vereine bereichern das gesellschaftliche Leben.

Dennoch unterscheiden sie sich von den Schützenbruderschaften, die sich von alters her für das Gemeinwohl der gesamten Bürgerschaft verantwortlich fühlen und nicht von Partikularinteressen geleitet werden. Ihr Fest, ihr Schützenfest, spricht alle an.

Es ist nicht das Fest der Schützen, sondern des ganzen Ortes. So soll es auch das diesjährige sein, zu dem nicht nur der Brudermeister und die Majestäten einladen, sondern eben auch die Protektoren, die Inhaber eines Betriebes, der erst kürzlich in Aldenhoven ansässig geworden ist.

Kaiserpaar springt ein

Die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft, die ihre Gründung auf die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts zurückführen kann, hat die gleichen Probleme wie auch andere Gemeinschaften. So fand sich zum Schützenjahr 2018 kein König. Genauer gesagt, der Schütze, der den Vogel von der Stange geholt hatte, nahm die Bürde nicht auf sich.

Wolfgang und Anni Flotow, das Kaiserpaar des Vorjahres, erklärte sich bereit, die entstandene Lücke zu schließen. Die beiden hatten bereits 1989, 1999 und 2017 die Ehre, das alte Königssilber ihrer Bruderschaft zu tragen. Mit Kimberley Cremanns präsentiert die Bruderschaft wiederum eine Schülerprinzessin. Sie setzt eine seit 1975 bestehende lückenlose Reihe von Schülermajestäten fort. Mit ihr steht auch ihr Vorgänger Linus Stier auf diesem Fest im Vordergrund, der sich den Titel eines Bezirksschülerprinzen holte.

In der zum Fest erstellten Festschrift befasst sich die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft in der 10. Folge mit den Schutzpatronen der Schützenbruderschaften, in diesem Jahr mit den Heiligen Nikolaus, dem Patron der Nachbarkirche und Bruderschaft Schleiden.

Die Bruderschaft hat in mühevoller jahrelanger Arbeit den Alten Turm, das Wahrzeichen des Ortes, hergerichtet und hier ein sehenswertes Museum eingerichtet. In der Festschrift wirbt sie um weitere Insignien und Dokumente aus alter Zeit, die hier zur Schau gestellt werden können.

Seit vielen Jahren spielt sich das Aldenhovener Fest des Jahres, das Schützenfest, auf dem Marktplatz, dem Schnittpunkt von Alte Turmstraße und Markfestestraße ab. Es beginnt am Tag nach Fronleichnam, am Freitag, 1. Juni, um 20 Uhr mit dem Fassanstich im Festzelt durch Kaiser Wolfgang Flotow gemeinsam mit dem Protektoren-Duo Klaus und Nadine Becker. Dem „O‘zapft ist“ folgt die „2. Kölsche Nacht“ mit den „Funky Marys“, den „jungen Trompetern“ und den „Rabaue“, den Repräsentanten des Kölner Karnevals und Garanten für die richtige Auftaktstimmung.

Am darauffolgenden Samstag beginnen die Schützen um 16 Uhr mit Umzügen zu Ehren der Honoratioren — mit einer bemerkenswerten Neuerung gegenüber den Vorjahren. Nicht mit dabei ist erstmals die Musikkapelle Braunsrath, die viele Jahrzehnte für eine exzellente Festzugmusik gesorgt hat.

Ihren Part übernimmt nun das renommierte Blasorchester Eschweiler, das gemeinsam mit dem Spielmannszug Grün-Weiß Fronhoven an der Spitze der Festzüge marschieren und auch den „Großen Zapfenstreich“ am diesem Samstag um 19 Uhr auf dem Place dAlbert spielen wird. Von hier aus geht es zum Festzelt, wo man sich zum „Kaiserball“ nach den Klängen der „Sunshine Dance Band“ drehen wird.

Am Sonntag, 3. Juni, wird der Haupttag des Festes sein. Um 8.30 Uhr werden die Majestäten zum Kirchgang und zur Gefallenenehrung abgeholt. Der Festgottesdienst beginnt um 9.30 Uhr. Diesem schließt sich der Frühschoppen an. Bereits ab 14 Uhr wird die Cafeteria im Festzelt eröffnet. Höhepunkt dieses Tages wird der um 15 Uhr beginnende Festzug mit abschließendem Vorbeimarsch sein. Am Montag trifft man sich um 11.30 Uhr im Festzelt zum Dankgottesdienst mit nachfolgendem Familien-Frühschoppen.

(gre)