Aldenhovener Haushaltszahlen wie aus dem Bilderbuch

Schuldenabbau geht weiter: Haushaltszahlen wie aus dem Bilderbuch

Für Kämmerer Michael Ossenkopp ist im Oktober schon Weihnachten, denn dann überweist das Land seinen Stärkungspakt-Kommunen die Konsolidierungshilfe.

Dieser Posten ist über die Jahre zwar zusammengeschmolzen – beim Start 2011 waren es noch knapp 900.000, fürs laufende Jahr „nur“ noch rund 475.000 Euro – doch haben sich die Beträge inzwischen auf gut 6,1 Millionen Euro zusammengeläppert. In den beiden folgenden Jahren kommen weitere Hilfen in Höhe von insgesamt rund 570.000 Euro hinzu.

Das waren nicht die einzigen frohen Haushaltszahlen, die Ossenkopp dem Gemeinderat mit seinem aktuellen Finanzbericht servierte: So summieren sich die Verbesserungen bei der Gewerbe- und dem Anteil an der Einkommensteuer auf insgesamt rund 840.000 Euro. Die Reduzierung der Kreisumlage und die Abrechnung der Jugendamtsumlage 2017 schlägt sich in einer weiteren Etatverbesserung von knapp 280.000 Euro nieder.

Das anhaltende Zinstief, die rückläufigen Zahlen im Bereich Asyl führen neben den guten Steuereinnahmen dazu, dass der Haushaltsausgleich für das laufende Jahr nicht gefährdet ist. Doch der Kämmerer, der längst an der Aufstellung des Etatentwurfs für 2019 arbeitet, der am 15. November im Rat eingebracht wird, mischte auch warnende Worte in den Becher der finanziellen Freude: Um der Generationengerechtigkeit willen müsse die Gemeinde dringend ihre Eigenkapitalquote erhöhen.

Vorrangig sei zudem der Schuldenabbau, um für Zinserhöhungen gerüstet zu sein. Ein weiterer Risikofaktor, den Ossenkopp nannte, ist eine sich verlangsamende Konjunkturentwicklung, die rasch auf das Gewerbesteueraufkommen durchschlagen würde. Zudem nannte Aldenhovens oberster Finanzverwalter als finanziell problematisch die begrenzte Erstattung für geduldete Flüchtlinge, deren Alimentierung nach drei Monaten ausläuft.

Während die Frage von Kajetan Raab (SPD) unbeantwortet blieb, ob daran gedacht sei, die Grundsteuer B zu senken, pflichtete der Kämmerer Raabs Fraktionskollegen Udo Wassenhoven ausdrücklich bei. Der hatte blitzschnell ausgerechnet, dass die Gemeinde die Konsolidierungsbeihilfe des Landes komplett zum Schuldenabbau eingesetzt hat.

(ahw)
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