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Drohende Stromsperre: Wie geht es für die Aldenhovener Mieter weiter?

Drohende Stromsperre : Wie geht es für die Aldenhovener Mieter weiter?

Ein Verwalter leitet das Geld seiner Mieter nicht weiter, ein Stolberger Energieversorger droht deswegen die Sperrung von Wasser, Wärme und Strom an. Am Donnerstag fand nun ein Gespräch der Beteiligten statt. Was kam dabei heraus?

Nach einem Gespräch zwischen Aldenhovens Bürgermeister Ralf Claßen (CDU), Vertretern des Energieversorgers EWV und dem Eigentümer und Verwalter Dutzender Wohnungen am Pestalozziring, Mehmet K., sieht es zunächst so aus, als könnten die betroffenen Mieter aufatmen. K. und die EWV verständigten sich auf einen Zahlungsplan, wodurch die EWV ihre angedrohte Sperre von Wasser, Wärme und Strom zunächst aufhob. „In einem offenen und konstruktivem Gespräch konnte eine einvernehmliche Lösung im Sinne der Mieter gefunden werden“, erklärte Claßen nach dem Zusammentreffen im Aldenhovener Rathaus.

Mehmet K., Geschäftsführer der Saad ImmoConsult GmbH, die Mitte 2020 die meisten der 136 Wohnungen in der Wohnanlage Pestalozziring 1 bis 21 gekauft hatte, ist über seine Firma S.K. ImmoConsult zugleich auch Verwalter aller 136 Wohnungen. In den vergangenen Jahren hatte er die von seinen Mietern gezahlten Nebenkosten nicht oder nur teilweise an die EWV weitergeleitet. So häufte er Schulden von mehreren Hunderttausend Euro an.

Klarheit in wenigen Tagen

Keine der drei Parteien, die am Donnerstag im Rathaus zusammensaßen, wollte gegenüber unserer Zeitung nähere Angaben zu den Modalitäten der neuen Vereinbarung machen. Man habe Stillschweigen vereinbart, hieß es. Doch nach Recherchen unserer Zeitung sollte sich bereits innerhalb der nächsten Tage zeigen, ob Mehmet K. dieses Mal tatsächlich vorhat, sich im Sinne seiner Mieter und der Eigentümer der anderen Wohnungen in der Wohnanlage an die getroffene Vereinbarung zu halten und seine Zahlungen pünktlich und in voller Höhe zu leisten.

 Der Pestalozziring in Aldenhoven: Wie konnte es passieren, dass der Eigentümer und Verwalter Dutzender Wohnungen, Mehmet K., die Nebenkostenzahlungen seiner Mieter nicht an den Energieversorger EWV weiterleitete?
Der Pestalozziring in Aldenhoven: Wie konnte es passieren, dass der Eigentümer und Verwalter Dutzender Wohnungen, Mehmet K., die Nebenkostenzahlungen seiner Mieter nicht an den Energieversorger EWV weiterleitete? Foto: MHA/Marlon Gego

Vor einigen Wochen, als die EWV erstmals mit einer Versorgungssperre gedroht hatte, war Mehmet K. einer Zahlungsaufforderung nur teilweise nachgekommen. Eine zweite Frist, die vergangene Woche ablief, hatte K. ignoriert. Erst als unsere Zeitung am Dienstag erstmals über seine Schulden bei der EWV und die drohende Versorgungssperre für seine Mieter berichtete, nahm K. wieder Verbindung zur EWV auf und stimmte einem Treffen und am Donnerstag dann einer neuen Vereinbarung zu.

Nicht nur der Bürgermeister, auch die EWV-Verantwortlichen sprachen von einer „offenen und konstruktiven“ Gesprächsatmosphäre. Das so entstandene Vertrauen in die Belastbarkeit der getroffenen Vereinbarung müsse Mehmet K. nun durch deren Einhaltung bestätigen, erklärte die EWV.

Offen blieb, wie es dazu kommen konnte, dass Mehmet K. derart hohe Schulden bei der EWV auftürmte, obwohl seine Mieter, deren Geld er lediglich verwaltet, pünktlich zahlten. Weder Bürgermeister Claßen, noch die EWV, noch K. selbst wollten dazu am Donnerstag Stellung beziehen.