Feier zu 800 Jahren Ordenskommende Siersdorf

Abwechslungsreiches Programm zum Jubiläum : Eine Zeitreise ins Mittelalter

Immer mehr rückt die Siersdorfer Ordenskommende mit den laufenden Restaurierungsmaßnahmen zur Bestandssicherung in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Auch das 800-jährige Jubiläum mit der Schenkung durch den Jülicher Grafen Wilhelm III. an den Deutschen Ritterorden im Jahre 1219 hatte der rührige Förderverein zum Anlass für ein großes Fest rund um die ehemalige Ordensniederlassung genommen.

Deutlich wurden mit den Angeboten des Jubiläums auch die seit 2012 erzielten Erfolge bei der Bestandssicherung des zeitweise ruinösen Herrenhauses zum Ausdruck gebracht.

In den vielseitig dargelegten Gratulationen bildete am Freitag zum Auftakt des Festwochenendes ein Benefizkonzert in der Pfarrkirche St. Johannes mit Blasmusikkapelle „Siebenbürgen“ Setterich und dem Gemischten Chor MGV 1902 Siersdorf eine klangvolle Einstimmung für das „Ordensfest“.

Mit der historischen und ausdrucksvollen Darstellungsweise „Leben auf der Kommende“ waren es vor allem die historischen Gruppen „Trosslück“, „Sorores Historiae“ „Equites Normanorum“ und „Evocatio Hunoli“, die mit authentischen Rekonstruktionen in die Zeit des Hochmittelalters und der Renaissance und damit auch in die Entstehungszeit der Siersdorfer Ordensniederlassung sowie in ihre Glanzzeit im 16. Jahrhundert entführten.

Im Erdgeschoss des Herrenhauses waren es großformatige Bilder des Aachener Fotografen Pit Siebigs, die anschauliche Perspektiven in der Architektur des Herrenhauses darstellten. Mit Informationen zur Geschichte des Deutschen Ordens präsentierte der Förderverein zudem auch mit Erläuterungen die durchgeführten Sicherungsmaßnahmen aus den vergangenen Jahren.

Weiterhin wurden stündlich Führungen angeboten, die neben den Exkursionen im Gebäude der Kommende auch die Kirche St. Johannes der Täufer mit der bemerkenswerten Ausstattung aus dem 16. Jahrhundert berücksichtigten.

An zwei Besuchstagen waren es aber vor allem die historischen Gruppen, die zahlreiche Besucher begeisterten. Dargestellt durch die bunte Vielfalt wurden auch die Lebensweisen im Mittelalter, das familiäre Zusammenleben und das für heutige Verhältnisse wohl eher bescheidene Zusammenleben der Generationen.

Alles in allem waren es Tage, an denen der daseinsfreudige Lebensstil des Mittelalters in besonderer Weise zum Ausdruck kam.

(zts)