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Ermittlungen gegen Pfarrer Charles Cervigne aus Aldenhoven eingestellt

Mangels Tatnachweis : Ermittlungen gegen Aldenhovener Pfarrer eingestellt

Der Aldenhovener Pfarrer Charles Cervigne wurde im Juli vom Landeskirchenamt beurlaubt. Warum? Der Grund ist bislang nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft Aachen hat jetzt ihre Ermittlungen gegen ihn eingestellt, die Evangelische Landeskirche hebt die Beurlaubung aber nicht auf.

Der Idealfall, wie wir es Mitte Juli geschrieben haben, ist für den beurlaubten Evangelischen Pfarrer Charles Cervigne nicht eingetreten. „Ein Ergebnis könnte im Idealfall in vier Wochen vorliegen“, hatten wir geschrieben, als bekannt geworden war, dass das Landeskirchenamt Cervigne beurlaubt hatte. Grundlage für diese Entscheidung waren damals Ermittlungen, die die Staatsanwaltschaft Aachen nach einer Anzeige gegen Cervigne geführt hatte.

Zu den Vorwürfen gegen Cervigne haben im Juli sowohl die Landeskirche als auch die Staatsanwaltschaft geschwiegen – auch zum Schutz des Betroffenen. Aus vier Wochen wurden vier Monate, auch, weil benannte Zeugen offenbar nicht sofort gehört werden konnten. Über das Ergebnis müsste sich der Aldenhovener Gemeindepfarrer eigentlich freuen: „Die Ermittlungen wurden mangels Tatnachweises eingestellt“, sagt Oberstaatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung.

Zum Inhalt der Ermittlungen sagt Schlenkermann-Pitts nur so viel: „Es ging um Vorwürfe im Rahmen eines familiengerichtlichen Verfahrens.“ Eine Rücknahme der Beurlaubung seitens der Landeskirche ist mit der Einstellung des Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft Aachen allerdings nicht automatisch verbunden. Den Grund erläutert Jens Peter Iven, Sprecher der Evangelischen Kirche im Rheinland: „Die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft ist uns bisher nur telefonisch angekündigt worden. Die Begründung kennen wir noch nicht.“ Damit ist aus Sicht der Landeskirche die strafrechtliche Relevanz abgeklärt, aber noch nicht die dienstrechtliche. Iven: „Wir haben mit Beginn der Ermittlungen unser Disziplinarverfahren gegen den Beschuldigten ruhend gestellt. Dieses Verfahren werden wir jetzt wieder aufnehmen.“

„Wir machen keine Angaben“

Wann mit einem Ergebnis zu rechnen ist, kann Iven nicht angeben. Zu der Frage, ob es über die Vorwürfe hinaus, die die Staatsanwaltschaft bereits untersucht hat, weitere Vorwürfe gegen den Pfarrer gibt, die im Rahmen des Disziplinarverfahrens eine Rolle spielen könnten, wollte sich Iven nicht äußern: „Wir machen keine Angaben zu Inhalten des Verfahrens.“ Und zum Ausgang des Verfahrens sowieso nicht. Allerdings könnte die Landeskirche in Erklärungsnot kommen, sollte sie die Beurlaubung nicht aufheben, wenn gleichzeitig die Staatsanwaltschaft vorgebrachte Vorwürfe quasi als unhaltbar bewertet.

Zurückhaltend in der Bewertung gab sich am Dienstag auch Superintendent Pfarrer Jens Sannig: „Ich habe noch keine offizielle Information erhalten, dass das Verfahren eingestellt wurde. Wenn das zutrifft, würde ich mich sehr freuen, immerhin hat das zur Beurlaubung geführt.“ Wird die schnell zurückgenommen? „Dazu kann ich nichts sagen. Auf das Disziplinarverfahren der Landeskirche habe ich keinen Einfluss“, antwortet Sannig.

Pfarrer Charles Cervigne will sich erst nach Abschluss des Disziplinarverfahrens erklären.