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Grit de Boer: Die neue Pfarrerin ist heimisch geworden

Grit de Boer : Die neue Pfarrerin ist heimisch geworden

Bereits seit drei Monaten wirkt Pfarrerin Grit de Boer in der Aldenhovener Kirchengemeinde mit und wurde jetzt offiziell vom Superintendent Jens Sannig in ihren Dienst eingeführt und begrüßt.

Adventus Domini (lateinisch für Ankunft des Herrn) bedeutet für Christen die Vorbereitung auf das Fest der Geburt Jesu Christi. In der Evangelischen Kirchengemeinde Aldenhoven begann der Advent am Sonntag mit einem besonders feierlichen Gottesdienst. „Heute fängt nach unserem Verständnis ein neues Jahr an. Es ist das neue Kirchenjahr, das wir mit neuen Menschen und neuen Ideen feiern dürfen“, erläuterte Pfarrer Charles Cervigne.

Bereits seit drei Monaten wirkt Pfarrerin Grit de Boer in der Aldenhovener Kirchengemeinde mit und wurde jetzt offiziell vom Superintendent Jens Sannig in ihren Dienst eingeführt und begrüßt. „Ich empfinde eine große Erleichterung darüber, dass wir heute alle zusammen miteinander sein können“, hieß es zu Beginn seiner Ansprache an zahlreiche Gottesdienstbesucher.

Als Vertreter des Evangelischen Kirchenkreises Jülich bedankte er sich „bei den vielen Menschen, die das Gemeindeleben in einer unsicheren Situation zusammenhielten“, womit er auf die Monate der vor Kurzem aufgehobenen Suspendierung von Pfarrer Charles Cervigne anspielte. Zu diesem engagierten Kreis gehören auch die im März neu gewählten Mitglieder des Presbyteriums Sarah Feist, Annabelle Hampe und Markus Wolff. Neben der unlängst gewählten Presbyterin Laura Bischof wurden sie von Jens Sannig in ihrem Ehrenamt ebenfalls „ganz offiziell herzlich willkommen“ geheißen.

„Das ist ein Grund, warum ich so extrem gerne hier bin“, erklärt Grit de Boer, „es ist absolut besonders, wie die Gemeinde sich engagiert. Ungewöhnlich ist auch dieses junge Presbyterium, sonst sind immer die Pfarrerinnen oder Pfarrer die jüngsten, hier ist es umgekehrt“. Ihre Beobachtung stützt die Theologin auf berufliche Erfahrung.

Zuletzt viele Jahre bei der Bonner Diakonie für Seelsorge und Fortbildungen sowie für den Kontakt zu den Kirchengemeinden zuständig, leitete sie zuvor die Bonner Bahnhofsmission. Geboren in Ostfriesland und aufgewachsen in Aurich war sie 16 Jahre Pfarrerin in Westfallen, davon zehn Jahre in Gütersloh. Die Pfarrerin verspürte den Wunsch, sich ein weiteres Mal in ihrem Dienst zu verändern.

Unter den vom Landeskirchenamt zur Auswahl angebotenen Stellen befand sich die in Aldenhoven. „Ich war zuerst skeptisch, wusste nicht, ob ich überhaupt hierhin passe“, erinnert sich de Boer an ihre anfänglichen Zweifel, „ich habe erfahren, wieviel meine Kollegen Charles Cervigne und davor Jürgen Fliege in dieser Gemeinde geschaffen und bewirkt haben“. Ein bisschen scherzhaft spricht sie von den beiden als „Lichtgestalten“. „Ich kam nach Aldenhoven in einer besonderen Situation“, sagt sie. „Tatsache ist, dass dort, wo viel Licht ist, es auch viel Schatten gibt. Es war mitunter der Grund dafür, was hier stattgefunden hat.“

Mittlerweile ist die „neue“ Pfarrerin in der Gemeinde heimisch geworden. „Ich wurde sehr gut aufgenommen und die Zusammenarbeit mit Charlie ist wunderbar. Ich akzeptiere die Tatsache, dass er hier war, ist und bleibt“. Es sei aber ein Glücksgefühl zu merken, dass sie wahrgenommen und gebraucht wird. „Auch mit meinem kleinen Licht und mit Frauenpower kann man hier etwas beitragen“. Grit de Boer möchte nicht mit Worten missionieren, im Gemeindedienst als Pfarrerin und als Mensch möchte sie ihren Glauben vorleben.

Für den aufgrund der Coronavirus-Pandemie besonderen Advent wünsche sie sich, dass die Menschen genau hinschauen, was die Weihnachtszeit ganz ohne Weihnachtsmärkte, ausgiebiges Shoppen und betriebliche Feierlichkeiten für sie bedeutet.

Sie fände es in dieser Zeit auch sehr schön, wenn Menschen, die besonders von Alters her zur Gemeinde gehören und sich abgewandt haben, zurückkommen und sich wieder einbringen würden. „Es gibt hier schon so viel an Nächstenliebe und großartigen Taten, aber wir könnten noch Menschen, Herzen und Hände, die mit anpacken, gut gebrauchen“.