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Brautmoden in Aldenhoven: Das perfekte Hochzeitskleid in jeder Größe

Brautmoden in Aldenhoven : Das perfekte Hochzeitskleid in jeder Größe

Drei Schwestern wollen, dass auch Bräute ohne Modelmaße ihr Traumkleid finden. Zusätzlich zu ihrem Brautmodengeschäft in Niederzier haben sie jetzt in Aldenhoven einen weiteren Standort eröffnet. Dort gibt es nur Kleider ab Größe 44.

Das Traumkleid für die eigene Hochzeit zu finden, ist für viele Bräute ein besonderer Augenblick. Für manche Frauen kann die Suche aber auch zum Albtraum werden, nämlich dann, wenn sie kein passendes Kleid finden. Melissa, Tatjana und Janina Jonas kennen die Wünsche und Sorgen ihrer Kundinnen. Die Schwestern führen zwei Brautmodengeschäfte – eins in Niederzier und seit Mitte September ein weiteres in Aldenhoven.

In Aldenhoven bieten die drei Frauen auschließlich Kleider ab Größe 44 an, weil sie gemerkt haben, dass es eine große Nachfrage nach schönen, ausgefallenen Kleidern in größeren Größen gibt. Oft seien die Modelle für füllige Bräute so geschnitten, dass sie möglichst viel Haut verdeckten, Korsagen die Figur in Form bringen sollten oder die Outfits allgemein wenig sexy seien. „Viele Frauen stehen aber zu ihren Kurven und wollen natürlich auch schöne Kleider tragen“, fasst Janina das Dilemma der Bräute zusammen.

Daher kam den Schwestern die Idee, einen weiteren Brautmodenladen, ebenfalls mit dem Namen Brautnest, zu eröffnen. Nun gibt es auf 600 Quadratmetern in dem ehemaligen Autohaus Lafos an der Jülicher Straße 54 - 60 rund 250 Kleider – die Schwestern planen, das Sortiment noch zu erweitern. In ihrer Niederlassung in Niederzier, die sie im Jahr 2020 eröffnet haben, gibt es circa 500 Kleider kleinerer Konfektionsgrößen.

Bis vor zwei Jahren hätten sich die Schwestern wohl kaum erträumt, einmal hauptberuflich Bräuten bei der Kleiderwahl zu helfen. Tatjana, 31, hat eine Ausbildung zur Industriekauffrau abgeschlossen und studierte BWL. Melissa, 35, hat einen Meisterbrief in Geräteakustik und Janina, 26, ist gelernte Kauffrau für Dialogmarketing. Sie hat bis zum Beginn der Coronavirus-Pandemie als Buchhalterin in einem Restaurant gearbeitet. Mit der Krise kam die Ungewissheit, ob sie ihren Job behalten könnte.

Einen eigenen Brautmodenladen zu eröffnen, war eigentlich immer Janinas Traum. Kurzerhand schlug sie ihrer Schwester Tatjana die Idee vor. Diese war nicht abgeneigt und erstellte einen Businessplan, den die beiden Schwestern ihren Eltern vorlegten. Gut vorbereitet, mit konkreten Ideen für den Laden und einer Power-Point-Präsentation, erwarteten sie dennoch, dass ihre Eltern von der Idee nicht begeistert sein würden.

Das Brautmodengeschäft befindet sich auf 600 Quadratmetern im alten Autohaus Lafos in Aldenhoven.
Das Brautmodengeschäft befindet sich auf 600 Quadratmetern im alten Autohaus Lafos in Aldenhoven. Foto: MHA/Judith Peschges

Doch sie täuschten sich. Die beiden waren gleich überzeugt und unterstützten ihre Töchter bei dem Plan. Sie brachten sich sogar selbst in das Unternehmen mit ein – der Vater regelte die Kommunikation mit den Handwerkern, war viel im Laden vor Ort und stand den Frauen von Beginn an beratend zur Seite. „Er ist so was wie unser Projektleiter“, wirft Janina ein.

Ihre Mutter ist ebenfalls Teil des jungen Unternehmens. Sie ist gelernte Friseurin und Kosmetikerin, kann den Beruf aus gesundheitlichen Gründen aber nicht mehr ausüben. Kurzerhand übernahm sie die Aufgabe, die Brautpaare bei der Wahl ihrer Eheringe zu beraten. Außerdem hilft sie bei der Betreuung ihrer Enkelkinder.

Jede Braut bekommt bei ihrem Besuch eine eigene Kabine für sich und ihre Begleiterinnen und Begleiter zur Verfügung gestellt, in der sie ihre Auswahl in Ruhe treffen kann.
Jede Braut bekommt bei ihrem Besuch eine eigene Kabine für sich und ihre Begleiterinnen und Begleiter zur Verfügung gestellt, in der sie ihre Auswahl in Ruhe treffen kann. Foto: MHA/Judith Peschges

„Hier steckt viel Herz drin“, sagt Melissa, die erst etwas später zum Familienbetrieb dazustieß, weil sie zum Zeitpunkt der Ladeneröffnung in Niederzier hochschwanger war. Zunächst wollte sie nur mit ein paar Stunden einsteigen, daraus wurden jedoch schnell mehr. Weil sie viele Terminanfragen bekamen, stellten die Schwestern weitere Angestellte ein. Mittlerweile besteht das Team um die Unternehmerinnen aus 15 Mitarbeiterinnen, von denen die meisten Quereinsteigerinnen sind. „Wir haben nur Verkäuferinnen, die wirklich viel Freude an der Beratung von Bräuten haben“, sagt Janina. Weitere Infos zu den beiden Standorten gibt es unter www.brautnest.

Tatjana weiß, dass es wichtig ist, bei den Aussagen der Kundin zwischen den Zeilen zu lesen: „Gefällt ihr das Kleid wirklich? Da braucht es viel Fingerspitzengefühl.“

Das Konzept der Schwestern kommt an. Mit ihrem Laden in Niederzier waren sie sogar schon im Fernsehen zu sehen – bei „Hochzeit auf den ersten Blick“. Ihr Traum wäre es allerdings, bei der Vox-Doku-Serie „Zwischen Tüll und Tränen“ mitzuwirken. Das Bewerbungsverfahren läuft schon.