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Post in Aldenhoven: Bürger, Firmen und Verwaltung klagen über unregelmäßige Zustellung

Post in Aldenhoven : Bürger, Firmen und Verwaltung klagen über unregelmäßige Zustellung

In Aldenhoven kommt die Post seit Wochen unregelmäßig. Neben Privatpersonen und Firmen betrifft das auch die Gemeindeverwaltung, die sich jetzt beschwert hat.

Wenn Arnold Beer seinen täglichen Gang zum Briefkasten macht, kommt er in den meisten Fällen mit leeren Händen zurück. Grund dafür ist allerdings nicht nur, dass die Kommunikation sich vorwiegend ins Digitale verlagert hat und niemand mehr Karten schreibt, sondern auch, dass die Post in Beers Bezirk nur unregelmäßig zugestellt wird.

Seit etwa sechs Wochen beobachtet der Aldenhovener, dass mal samstags Briefe kommen, mal an einem anderen Tag der Woche. Öfter als einmal pro Woche bemerke er nicht, dass etwas zustellt werde. Bekannte aus anderen Straßenzügen bestätigten das. Als er vor einigen Wochen mal einen Briefträger erwischte, habe der ihm berichtet, dass er als Vertretung aus Alsdorf abgezogen worden sei.

Auch bei der Gemeinde Aldenhoven sind Beschwerden zur Zustellung eingegangen, unter anderem über die Sozialen Medien, wie Bürgermeister Ralf Claßen berichtet. Unter anderem der Bezirk Siersdorf scheint dabei betroffen. Auch die Gemeinde selbst hat unter den Verzögerungen zu leiden. „Briefpost kommt entweder mit mehrtägiger Verzögerung oder stellenweise auch gar nicht in unserer Behörde, in Firmen und in Privathaushalten an“, heißt es in einem Beschwerdeschreiben, das Claßen am 15. September an den Vorstand der Deutschen Post gerichtet hat.

Dadurch könnten Kundenanfragen nicht oder nur zu spät beantwortet werden, Rechnungen nicht pünktlich bezahlt werden oder Skonti nicht in Anspruch genommen werden. Für die Verwaltung ergäben sich Verzögerungen, weil die Sendungen in zwei Chargen und dadurch oft erst am Nachmittag oder am Folgemorgen zugestellt würden. Die Gemeindeverwaltung hat auf ihr Schreiben an die Post noch keine Antwort erhalten.

Auf eine grundsätzliche Anfrage unserer Zeitung zu den Zustellproblemen in Aldenhoven nennt die regionale Pressestelle der Deutsche Post DHL Group in Düsseldorf krankheitsbedingte Personalausfälle als Grund für die Verzögerungen. Die Deutsche Post setze auf das bereits in der Coronavirus-Pandemie unter erheblichem Personalausfall etablierte Modell der A/B-Zustellung, bei der „Briefe, typischerweise Werbesendungen, im Tageswechsel in dem einen bzw. anderen Teil des betreffenden Zustellbezirks“ zugestellt würden.

Es komme also zu geringfügigen Verzögerungen von einem Tag bis maximal zwei Tagen. „Den Vorwurf der Zustellung nur an einem Tag in der Woche können wir nicht nachvollziehen“, heißt es in der Mail aus Düsseldorf.

Die Post weist zudem darauf hin, dass, anders als von vielen Bürgern angenommen, grundsätzlich auch montags Briefe zugestellt werden. Allerdings entfielen auf den Montag nur rund zwei Prozent der gesamten Wochenmenge. Angesichts der üblichen Laufzeiten würden die meisten Sendungen vom Freitag bereits am Samstag zugestellt. Da am Wochenende in der Regel keine neue Geschäftspost hinzukomme, die 87 Prozent des gesamten Briefaufkommens ausmacht, gebe es am Montag nichts zu verteilen. „Somit bleibt in der Regel nur das übrig, was von Privatleuten am Wochenende in den Briefkästen landet“, schreibt die Post, „und diese Zahlen sind seit Jahren schon massiv rückläufig“.