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Aldenhoven und Baesweiler fühlen sich übergangen

Ärger im Ausschuss : Aldenhoven und Baesweiler fühlen sich übergangen

Die Politiker der Gemeinde fühlen sich vom Kreis Düren übergangen. Anlass des Ärgers ist die sogenannte Future Mobilty Park GmbH, eine Gesellschaft, die Gewerbeflächen auf dem Campus Aldenhoven entwickeln soll.

Gesellschafter sind der Kreis Düren und die RWTH Aachen, die die Teststrecke Aldenhoven Testing Center (ATC) betreiben. Im September hat der Kreistag beschlossen, wer dem Aufsichtsrat angehören soll. „Es kann nicht sein, dass diese Gesellschaft gegründet wird und Aldenhoven da überhaupt nicht involviert war und dass kein Aldenhovener dem Aufsichtsrat angehört“, sagte Udo Wasserhoven (SPD), der Vorsitzende des Aldenhovener Bauverwaltungsausschusses.

Platz schaffen für Firmen

Grund für das Aldenhovener Unbehagen ist der Plan, den die Gemeinde und die Stadt Baesweiler gemeinsam verfolgen, rund um das ATC Platz zu schaffen für Firmen aus der Automobilbranche, die sich dort ansiedeln wollen. Wassenhoven spricht von rund 20 Hektar, die derzeit denkbar seien. Selbiges Ziel verfolgt auch die neue Future Mobility Park Gesellschaft. „Nehmen wir uns dann gegenseitig die Interessenten weg“, fragte Wassenhoven. Grundsätzlich sei die neue Gesellschaft zu begrüßen, sie habe aufgrund ihrer Gesellschafter Kreis Düren und RWTH Aachen mehr Kapazitäten, um Ansprechpartner aus der Automobilindustrie zu finden. „Aber wenn Bewegung in die Sache kommt, dann sollte der eine wenigstens wissen, was der andere macht“, formulierte Wassenhoven.

Auch Aldenhovens Bürgermeister Ralf Claßen (CDU) erklärte, dass er ob der Zusammensetzung der neuen Gesellschaft zunächst überrascht gewesen sei. Er habe Kontakt zu Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) aufgenommen und erklärt, dass Aldenhoven und Baesweiler ein Mitspracherecht bei der Vermarktung der Flächen sehen. „Da spreche ich auch im Namen meines Baesweiler Kollegen Willi Linkens (CDU). Wir setzen voraus, dass der Kreis Düren uns in diesen Fragen mitnimmt“, sagte Claßen. Ohne die Stadt Baesweiler und die Gemeinde Aldenhoven gehe es ohnehin nicht, da die Flächen rund um das ATC auf dem Gebiet der beiden Kommunen liegen. „Über die Flächennutzungspläne haben wir ein Mitspracherecht.“

Perspektivisch ebenfalls an einer Mitsprache interessiert sein könnte die Stadt Linnich als exterritorialer Partner. Denn in Linnich arbeiten Verwaltung und Politik gerade daran, auf Stadtgebiet Ausgleichsflächen zu schaffen, damit sie die Größe dieser Ausgleichsflächen rund um das ATC einbringen können. Ein grundsätzliches Problem sieht Claßen nach eigenen Angaben aber nicht mit der Future Mobilty Park Gesellschaft. Bisher gebe es keine zentrale Institution, die für die Vermarktung der Flächen verantwortlich sei. Diese Funktion könne durchaus der neuen Gesellschaft zukommen. „Unser aller Ziel ist es, am ATC einen herausragenden Punkt für die Automotive-Industrie in der Region zu schaffen. Wenn die Frage, wer das beschleunigt, mit der Gesellschaft beantwortet ist, dann ist das sinnvoll. Willi Linkens und ich sehen das positiv und gehen davon aus, dass Aldenhoven und Baesweiler beteiligt werden.“

Neuer Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat der neuen Gesellschaft gehören Friedrich Kessel (CDU, Düren), Bruno Voß (Düren, Grüne), Helga Conzen (CDU, Düren), Eva-Maria Kolonko-Hinnssen (Jülich, Grüne), Hans-Friedrich Oetjen (Linnich, SPD) und Josef Johann Schmitz (Inden, SPD) an. Landrat Wolfgang Spelthahn hat ebenfalls einen Sitz, Geschäftsführerin seitens des Kreises ist Anette Winkler, die diese Rolle auch in der Gesellschaft des ATC innehat.

Auf Anfrage antwortete der Kreis am Donnerstagabend, dass die Future Mobilty Park GmbH noch ganz am Anfang stünde. Für Dezember sei eine Informationsveranstaltung geplant. Zudem sei beabsichtigt, die Gemeinde Aldenhoven und die Stadt Baesweiler ins Boot zu holen.