Aldenhoven schielt auf den Business Park Alsdorf-Hoengen

Interkommunale Gewerbegebiete : Aldenhoven schielt auf den Business Park Alsdorf-Hoengen

Ein interkommunales Gewerbegebiet käme beiden Partnern Aldenhoven und Alsdorf gelegen. Eine kleine Variante wird zunächst als Versuchsballon gestartet.

Interkommunale Gewerbegebiete haben Konjunktur. Die Gemeinde Inden ist dabei, mit der Nachbarstadt Eschweiler Flächen für das Gewerbegebiet Grachtweg nahe des Kraftwerks und der Anschlussstelle Weisweiler zu entwickeln. An der Merscher Höhe ist mit Jülich, Titz und Niederzier gar ein kommunaler Dreierbund aktiv, um den Brainergy-Park aus der Taufe zu heben.

Ihre interkommunalen Aktivitäten konzentriert die Gemeinde Aldenhoven auf zwei Kooperationen: Mit Alsdorf, Baesweiler und Linnich soll zeitnah der Campus Aldenhoven im Bereich der ehemaligen Zeche Emil Mayrisch in Siersdorf entwickelt werden. Ein weiterer potenzieller Partner ist die Stadt Alsdorf, die den Industrie- und Gewerbepark Hoengen gerne über die Kreisgrenze hinaus auf das angrenzende Gebiet der Merzbachgemeinde erweitern möchte.

Solche Gewerbeflächen kämen auch Aldenhoven ganz gelegen, wo es momentan an Grundstücken für ansiedlungswilliges Kleingewerbe mangelt. Pläne der Verwaltung, ein Areal an der Heidgasse in Siersdorf für Kleingewerbe zu reservieren, waren von der Politik durchkreuzt worden, der das Areal so nah am Campus (noch) zu schade war, um es durch Kleinbetriebe besetzen zu lassen und sich so eine eventuell attraktivere Lösung verbauen zu lassen. „Der Industrie- und Gewerbepark Alsdorf-Hoengen kann eine Alternative sein“, kommentierte Aldenhovens Bürgermeister Ralf Claßen auf Anfrage solche Überlegungen, doch gibt es ein Problem: Während die Fläche an der Heidgasse sofort verfügbar ist und dort unmittelbar Baurecht besteht, braucht die Erweiterung des Business Park einigen zeitlichen Vorlauf.

So sind die Verwaltungen von Aldenhoven und Alsdorf im Gespräch mit der Bezirksregierung, um das gemeinsame Vorhaben in Köln vorzustellen. Sollte das Echo positiv ausfallen, wäre indes noch zu klären, ob dafür eine Änderung des im Änderungsverfahren befindlichen Regionalplans notwendig wird oder ob eine kleinräumige Variante, die Alsdorf und Aldenhoven als „Versuchsballon“ für die gemeinsamen Ziele ansehen, von der Bezirksregierung als „Regionalplan-Ungenauigkeit“ angesehen und akzeptiert würde.

Abgesehen von solchen Genehmigungsfragen ist auf Aldenhovener Seite noch keinerlei Grunderwerb erfolgt oder sind auch nur Verhandlungen eingeleitet worden. Es dürfte noch einiges Wasser den Merzbach hinabfließen, ehe hier Ansiedlungen möglich werden.

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