Aldenhoven: Aldenhoven plant acht neue Windräder

Aldenhoven: Aldenhoven plant acht neue Windräder

In der Gemeinde Aldenhoven sind zurzeit nach Angaben von Bürgermeister Lothar Tertel und Bauleitplaner Franz-Bert Beyß acht bis neun Windräder geplant.

Der Bauverwaltungsausschuss wird am 14. Juni zunächst über eine Konzentrationszone mit drei Windkraftenergieanlagen (WEA) auf dem Gelände der Kiesgrube der Bauunternehmung Tholen (BUT) in Richtung Merzenhausen beraten.

Die WEA haben ein Leistungsvolumen von je 2,5 Megawatt (MW). Die Verwaltung sieht den Antrag Tholens „wegen der Nähe zur Wohnbebauung kritisch”. Zudem scheine die Größe der Konzentrationsfläche von rund 6,5 Hektar „für drei Anlagen überdimensioniert”. Das Areal ist 1000 Meter von Dürboslar entfernt, 1440 Meter von Engelsdorf, 760 Meter vom Kernort und 430 Meter vom Hof Küpper entfernt.

„Kirchturmdenken muss weg”

Beyß spricht sich, um das Konfliktpotenzial zu mindern, generell dafür aus, interkommunale Windkraftzonen mit größerem Zu-schhnitt und mit mehr WEA auszuweisen. „Das Kirchturmdenken muss weg”, sagt er, zumal der Ausbau der Erneuerbaren Energien nach dem Atomausstieg forciert werde. Bislang gibt es auf Aldenhovener Gebiet eine Konzentrationszone mit vier Windrädern (bei Freialdenhoven) und zwei WEA älteren Datums auf dem Gelände der Kiesgrube der Geilenkirchener Davids-Gruppe.

Stawag will Windpark bauen

In Richtung Blausteinsee plant die Stadtwerke Aachen AG (Stawag) einen Windpark mit drei bis vier Anlagen, zerschlagen haben sich dagegen Pläne, direkt angrenzend auf Eschweiler Gebiet fünf bis sieben Anlagen zu errichten.

Installiert werden Windräder des Typs E-82 des Herstellers Enercon aus Aurich/Ostfriesland. Sie haben eine Nabenhöhe von 138 Metern und sind einschließlich der Rotorblätter 180 Meter hoch. Zur Wohnbebauung soll nach früheren Angaben ein „größtmöglicher Abstand” eingehalten werden - zum Weiler Hausen 800 Meter, zum Weiler Langweiler 950 Meter, in Richtung Niedermerz 1150 und Schleiden 1400 Metern. Eine WEA des Typs E-82 kostet einschließlich Aufbaukosten vier bis fünf Millionen Euro. Sie hat eine Nennleistung von 2,5 MW und produziert im Jahr rund sechs Millionen Kilowattstunden (kWh). Das reicht für die Stromversorgung von etwa 1500 Haushalten oder 6000 Personen.

Bei Siersdorf in Richtung Bettendorf plant die BMR energy solutions GmbH aus Gangelt, Komplettanbieter im Bereich der Erneuerbaren Energien, zwei Windräder. BMR hat 2004 für 14 Millionen Euro den Windpark Jülicher Börde nahe Merzenhausen und Freialdenhoven realisiert. Dort stehen sieben WEA mit einer Leistung von jeweils 1,5 MW.

Auch Kommunen verdienen mit

WEA rentieren sich nicht nur für die Betreibergesellschaften, sondern auch für Kommunen und Grundeigentümer. Die Stawag etwa beziffert während der rechnerischen Betriebsdauer von 20 Jahren die Gewerbesteuer pro Anlage auf insgesamt 250 000 Euro. Hinzu kämen für die Kommune noch die Konzessionsabgabe für die Wegenutzung. Die Grundeigentümer können pro Anlage mit einer Flächenpacht von 20 000 bis 24 000 Euro im Jahr rechnen.

Ein anderes Beispiel; Die Grünwerke GmbH, ein Ableger der Stadtwerke Düsseldorf, hat der Stadt Jülich einen Windpark mit acht WEA und 16 MW mit Gewerbesteuereinnahmen von per saldo 1,4 Millionen Euro über 20 Jahre schmackhaft gemacht, allerdings kassiert auch die Stadt, die Sitz der Betreibergesellschaft ist, Gewerbesteuer aus dem Ertrag: 30 Prozent. Mehrheitsgesellschafter der Stadtwerke Düsseldorf ist die eher atomlastige Energie Baden-Würtemberg (EnBW) mit 54,9 Prozent.

In Aldenhoven wird sich zudem in näherer Zukunft die Frage stellen, wie die Bergehalde der ehemaligen Schachtanlage Emil Mayrisch zu nutzen ist, die sich noch unter Bergaufsicht befindet. Die RAG AG und ihre Tochter RAG Montan Immobilien haben jüngst erklärt, mit Partnern Projekte im Bereich der regenerativen Energien zu prüfen. Dazu gehört die Windenergiegewinnung auf Halden, der Anbau von Biomasse auf ungenutzten ehemaligen Bergbauflächen oder der Bau von Pumpspeicherkraftwerken auf Bergehalden.

Mehr von Aachener Zeitung