Aktionstag "Junge Fahrer" am Gymnasium Zitadelle

Aktion „Junge Fahrer“ : Kopfüber in das Thema Verkehr eintauchen

Beim Aktionstag „Junge Fahrer“ am Gymnasium Zitadelle in Jülich konnten sich Schüler an verschiedenen Stationen der Verkehrswacht ausprobieren. Dabei ging es im wahrsten Sinne des Wortes drunter und drüber.

Wie lange dauert es, bis man im Ernstfall auf die Bremse tritt? Im Idealfall, erklärt Hartmut Dreßen von der Jülicher Verkehrswacht, reagiert ein Fahrer in weniger als einer halben Sekunde. Das schafften auch die meisten Schüler, die am Aktionstag „Junge Fahrer“ am Gymnasium Zitadelle ihre Reaktionszeit testen konnten. Mit insgesamt vier Stationen war die Verkehrswacht zu Gast in der Schule: Einen Sehtest, eine Rauschbrille und einen Überschlagssimulator hatte die Truppe um Hartmut Dreßen neben dem Reaktionstest im Gepäck.

Besonders der Überschlag sorgte für ein abenteuerliches Erlebnis zum Thema Verkehr. Während Simon He (14) und Sandro Keshelashvili (16) noch darüber nachdachten, wie sie kopfüber am besten einen Daumen nach oben zeigen können, erklärte Dreßen, was das Gerät verdeutlichen soll: „Es wird das Gefühl simuliert, wenn ein Auto auf dem Dach landet“, sagt der 72-Jährige. „Aus Sicherheitsgründen verwenden wir hier allerdings Schultergurte.“ Denn bei einem Dreipunktbügel, wie er im Auto üblich ist, würde der Druck anders verteilt. Um sich darauf im Ernstfall zu befreien, sagt Dreßen, müsste man sich zum Beispiel mit den Füßen auf dem Armaturenbrett abstützen. „Es schießt einem schnell das Blut in den Kopf und die Augen tränen“, berichtet Sandro Keshelashvili und Simon He fügt hinzu: „Schon nach kurzer Zeit wird der Druck auf dem Gurt sehr stark.“

Die Rauschbrille

Am beeindruckendsten fanden die beiden allerdings die Rauschbrille. Sie simuliert einen Alkoholpegel von 0,8 Promille. „Mann konnte nicht mal seine Füße richtig erkennen“, berichtet Simon He. Mit der Brille mussten die Jugendlichen einen kleinen Parcours – natürlich nur zu Fuß – absolvieren. Wie schwer das war, hinterließ einen bleibenden Eindruck bei den beiden jungen Männern. „Es fühlte sich realistisch an“, schloss Sandro Keshelashvili.

Hartmut Dreßen ist pensionierter Lehrer und seit über 20 Jahren bei der Verkehrswacht. Er möchte den Jugendlichen, von denen die allermeisten noch keinen Führerschein haben, vermitteln wie gefährlich zum Beispiel sehr schnelles Fahren sein kann. Anhand einer Drehscheibe zeigt er: Ist der Anhalteweg eines Autos auf trockener Straße bei 50 km/h noch bei 28 Metern, ist er bei Tempo 100 schon bei 83 Metern, bei nasser Straße bereits bei rund 124 Metern. „Viele junge Menschen fahren gerne schnell“, sagt Dreßen. Wie lange die Schrecksekunde sei und wie viel Weg das Auto noch zurücklege, bis es zum stehen komme, unterschätzen viele.

Den Parcours durchliefen am Aktionstag „Junge Fahrer“ mehrere hundert Schüler und auch der ein oder andere Lehrer versuchte sich an den verschiedenen Stationen. Wer sich im Vorfeld schon zum Thema Führerschein informieren wollte, konnte sich außerdem von den Experten der Verkehrswacht beraten lassen.

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