Jülich: Akrobatischer Rettungsversuch beim Kinder-Kultur-Sommer

Jülich: Akrobatischer Rettungsversuch beim Kinder-Kultur-Sommer

Vor gut drei Monaten war Michl Thorbecke noch in der Jülicher Stadthalle zu sehen, als er in seiner Rolle als „Brandner Kaspar“ den Tod persönlich beim Kartenspiel über den Tisch zog, um weitere Lebensjahre zu gewinnen.

Die damalige Vorstellung der „Neuen Volksbühne Köln“ hatte das Publikum restlos begeistert, und Veranstalter Christoph Klemens vom Jülicher Kulturbüro konnte nach eigenen Angaben bis dato noch nie so viele Danksagungen und Glückwünsche anlässlich einer Theatervorstellung entgegennehmen.

Von Thorbeckes schauspielerischen Fähigkeiten vollkommen überzeugt, konnten die Jülicher Kulturfreunde, allen voran Kinder ab vier Jahren nun eine Regiearbeit Thorbeckes im Rahmen des Kinder-Kultur-Sommers erleben. Das Theater „Kunstdünger“ brachte mit dem Programm „Feuerrot“ eine clowneske Theaterdarbietung auf die Bühne des Pädagogischen Zentrums in der Zitadelle, in der sowohl spannende Artistik als auch spritziger Humor die rund 220 kleinen und großen Zuschauer begeisterten.

Als „Clownerie fast ohne Worte“ bezeichnet das Theater „Kunstdünger“ selbst jene Vorstellung, mit Christiane Ahlhelm und Emmeran Heringer, in der ein Feuerwehrmann zu spät zum Löschen eines brennenden Zirkusses kommt. Der Zirkus ist zwar abgebrannt, jedoch eine chinesische Artistin sitzt noch ganz alleine hoch oben in der Zirkuskuppel und muss gerettet werden.

Emmeran Heringer als tollpatschiger Feuerwehrmann, fehlt es zwar an technischem Geschick, jedoch beweist er bei seinen spaßigen Rettungsversuchen so viel Fantasie, dass die Zirkusvorstellung ungewollt weitergeht. Eine Rettungsaktion nach der anderen wird zum hochkomischen Drahtseilakt.

Neben ihrem akrobatischen Geschick, wusste Christiane Ahlhelm, von der auch die Idee zu „Feuerrot“ stammt, ein uns andere Mal mit verblüffenden Zaubertricks zu begeistern.

Viel Liebe zum Detail bewies man zudem bei den Kostümen. Eigens nach Taiwan gereist, ließ sich Ahlhelm dort ihr Kostüm für die Rolle der chinesischen Akrobatin schneidern. Donnernden Applaus gab es, als mit „Feuerrot“ auch der diesjährige Jülicher Kinder-Kultur-Sommer endete.

Die Veranstaltungsreihe für Kinder ab vier Jahren fand nun bereits zum vierten Mal in Folge statt und erfreut sich wachsender Begeisterung. Einzig das Wetter hätte in diesem Jahr etwas besser sein können. Zwei der insgesamt vier Darbietungen mussten vom Renaissancegarten der Zitadelle ins wettergeschützte Pädagogische Zentrum verlegt werden, aber davon ließen sich die kleinen Jülicher Kulturfreunde ihre gute Laune nicht verderben.

(rb)