Letztes Konzert unter der Zeltkuppel: Abschied vom Dauer-Provisorium im Brückenkopf-Park

Letztes Konzert unter der Zeltkuppel: Abschied vom Dauer-Provisorium im Brückenkopf-Park

Das letzte Konzert auf der Hauptbühne unter der Zeltkuppel nach 20 Jahren gibt am Samstag die Backes-Band im Jülicher Brückenkopf-Park. Die Konstruktion wird abgebaut, der Stadtrat hat aber die Weichen für Ersatz schon gestellt.

Das ist nicht nur bei Dentaltechnikern ein beliebtes geflügeltes Wort: Nichts ist haltbarer als ein gutes Provisorium. Das lässt sich unmittelbar auf die Hauptbühne des Brückenkopf-Parks samt ihrer markanten Zeltkuppel übertragen, die eine Landmarke der Freizeiteinrichtung auf der Stadtseite ist. Bald war sie es, denn sowohl Bühne als auch Zelt sind morsch.

Sie sollten aber eigentlich auch nur ein gutes Jahr während der Landesgartenschau 1998 halten. Aus der Übergangslösung wurde ein Dauer-Provisorium, dessen Zeit nun endgültig abgelaufen ist. Nach dem letzten Konzert am frühen Samstagabend mit der Backes-Band (ab 17 Uhr) steht die Demontage an. Der Stadtrat hat unterdessen am Mittwoch die Weichen für einen Ersatz grundsätzlich gestellt.

Mit dem Wirtschaftsplan der Brückenkopf-Park GmbH, der im nichtöffentlichen Teil der Sitzung beschlossen wurde, sind grundsätzlich Mittel für eine neue Veranstaltungsstätte auf den Weg gebracht worden. „Der Plan sieht Investitionen im hohen Bereich vor. Allerdings steht der Beschluss über die Bühnen unter einem sogenannten Gremienvorbehalt. Die politischen Gremien wollen entscheiden, welche Bühne und welches Zelt der Park bekommt“, sagte Bürgermeister Axel Fuchs am Donnerstag im Brückenkopf-Park.

Er ist dessen Interimsgeschäftsführer. Der Aufsichtsrat habe eine Empfehlung abgegeben: für eine Hauptbühne „diesmal in einem geschlossenen Zelt“ und eine Doppelbühne, die im Bereich Nordbastion/Rosengarten gebaut werden soll. Fuchs ist zuversichtlich, dass die Pläne der Geschäftsführung die Politik überzeugen und geriet ins Schwärmen: „Das wird eine einzigartige Bühne für die ganze Region.“

Dem Vernehmen nach soll sich der Fachausschuss in einer Sondersitzung im Januar mit dem Thema auseinandersetzen. Selbst bei einer schnellen Empfehlung, die vom Rat abzusegnen ist, ist nicht davon auszugehen, dass es zum Start der Freiluftsaison Ostern 2019 die fertige Lösung geben wird. „Wir wollen wasserdichtes Planungsrecht“, erklärte Axel Fuchs.

Schlussakkord auf der Hauptbühne des Brückenkopf-Parks, links Hajo Bülles (Park GmbH), rechts Michael Birx (Backes-Band). Foto: Volker Uerlings

Die bisherige Zeltkonstruktion ist nämlich nicht nur in materieller Hinsicht ein Provisorium gewesen, sondern auch rechtlich ein „fliegender Bau“, den die Denkmalschützer nach der Landesgartenschau immer nur geduldet haben. Das angesprochene Verfahren wird sicher etwa ein Jahr dauern, bevor Baurecht besteht. In der Zwischenzeit wird die Geschäftsführung improvisieren und „mal etwas ausprobieren“, wie Geschäftsführer Fuchs augenzwinkernd sagte, ohne Details zu nennen.

Fakt ist, dass es im Stadtgarten und am Ort der heutigen Hauptbühne auch 2019 Veranstaltungen geben wird. Uwe Mock von der Park GmbH: „Ich weiß gar nicht, ob Sie’s wussten: Rüdiger Hoffmann kommt in den Park.“ Er wird am Freitag vor Pfingsten, 7. Juni, ein „Best of“ aus seiner 25-jährigen Bühnenkarriere präsentieren. Der Vorverkauf zum Gesamtpreis von 29,90 Euro „für diesen Hochkaräter“ starte sofort, so Mock.

Doch das ist Zukunftsmusik, aktuell ertönt für die alte Bühne der „Schlussakkord“. Unter diesen Titel hat die Backes-Band ihr Konzert (Eintritt frei, Einlass 16.30 Uhr) am Samstag gestellt – mit dem Untertitel „Niemals geht man so ganz“. „Wir wollen ein emotionales Zeichen setzen für den Brückenkopf-Park“, erklärte Bandmitglied Michael Birx, denn die Formation sieht den Abbau mit ein wenig Wehmut, war sie doch schon bei der LaGa 1998 dabei. Zum Schluss gibt es die bewährten „kölschen Tön“ und weihnachtliche Stimmung von den Freunden Martin Schädlich und Wolfgang Thier mit „Swinging Christmas“.

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