Hasselsweiler: Abenteurer auf zwei Rädern: Mit dem „Moped” durch Europa

Hasselsweiler: Abenteurer auf zwei Rädern: Mit dem „Moped” durch Europa

Seit seinem 16. Lebensjahr liebt Volker Varol aus Hasselsweiler Mopeds. Was im Sprachgebrauch des 42-Jährigen Mopeds sind, entpuppt sich als Kawasaki, Yamaha, Harley-Davidson oder BWM. Alle um die 1200 Kubikzentimeter stark und mit entsprechender PS-Zahl. Sieben an der Zahl gehören zum Familien-Fuhrpark.

„Wenn mich das Fernweh packt, muss ich raus. Dann schwinge ich mich auf mein Moped und bin weg.” Dieses Gefühl kennt auch die Familie von Volker Varol, ist doch Ehefrau Petra ebenso begeisterte Motorradfahrerin. Auch der siebenjährige Sohnemann und die achtjährige Tochter sind vom Virus angesteckt, haben eigene Cross-Maschinen.

„Wenn wir Familienurlaub machen, dann mit dem Motorad”, sagen die Eheleute. In einem Motorrad-Gespann lässt sich viel unterbringen, auch für einen dreiwöchigen Trip.

Mit einem Kumpel und auf seiner 20 Jahre alten BMW-Maschine ging es zwei Wochen durchs Baltikum. „Zuerst sind wir nach Travemünde aufs Schiff, über Helsinki dann nach Tallinn in Estland gefahren.” Die beiden Biker wollten auch Kaliningrad in Weißrussland kennenlernen. „Aber da war nichts zu machen. Man braucht ein Visum und eine persönliche Einladung. Damit konnten wir nicht dienen.”

Das Baltikum hatte Varol bereits zu Zeiten des Eisernen Vorhangs bereist. Er war in Ungarn und der ehemaligen DDR: „Überall Wachtürme, Stacheldraht und Grenzpatrouillen.” Die jüngste Tour führte zudem durch Lettland, Litauen und Polen. „Touristisch gesehen war überall tote Hose. Aber es gibt große Wald- und Wiesenflächen, hunderte Störche und eine Landschaft, die man nicht so schnell vergisst.”

Enttäuschend war allerdings die Infrastruktur: „Hätte man von den vielen Kasernen und Häusern die Außenfarbe entfernt, hätte es ausgesehen wie im Krieg.”

Über 3000 Kilometer waren zurückgelegt, als Varol in Frankfurt an der Oder wieder die Grenze nach Deutschland überquerte. 20.000 Kilometer im Jahr sitzt er im Sattel. „Für einen Familienvater schon rekordverdächtig.”

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