Körrenzig: 63 neue Häuser: Spatenstich im Neubaugebiet Wiemersberg

Körrenzig: 63 neue Häuser: Spatenstich im Neubaugebiet Wiemersberg

Dauert etwas recht lange, ist die Freude besonders groß, wenn es endlich zum Abschluss kommt. So gesehen, hätte es am Dienstag eigentlich ein Höhenfeuerwerk über Körrenzig geben müssen.

Denn geradezu überschwänglich war die Freude der Beteiligten beim ersten Spatenstich im Baugebiet Wiemersberg. Das „größte Baugebiet in Linnich”, wie Dr. Franz-Josef Lemmen von der NRW.Urban GmbH hervorhob, hat bis zum gestrigen Tag mehr als ein Jahrzehnt lang Gemüter statt Baggerschaufeln bewegt.

Bürgermeister Wolfgang Witkopp sprach sogar von einer Leidensgeschichte, die dieses Baugebiet geschrieben habe. „Hier hat es so ziemlich jedes Handicap gegeben, das man sich bei der Verwirklichung eines Baugebietes vorstellen kann.” Insofern sei die Freude nun um so größer, dass der Spatenstich belohne, „was wir durchgemacht haben”.

Und: „Die Not und die Nachfrage ist groß”, sagte der Bürgermeister. Die Erwartung in der Bevölkerung ist messbar: „In keinem anderen Baugebiet hatten wir so viele Reservierungen wie hier in Körrenzig.” Für den Ort sei der Tag des Spatenstichs also ein guter Tag.

Das lange Entstehungsgeschichte des Baugebietes sprach ebenfalls Ortsvorsteher Wilfried Meisen an. Er erinnerte an Rückschläge - „auch aus der Politik” - und Verzögerungen wie das Abklärung von Naturschutz- und archäologischen Belangen, die die Entwicklung des Baugebietes Wiemersberg zurückwarfen. Die Freude, es endlich unter den Spaten nehmen zu können, beschränkte Meisen nicht ausschließlich auf Bauwillige aus dem Ort.

„Wir brauchen das auch generell, weil es in Zukunft nicht mehr so einfach sein wird, neue Baugebiete zu bekommen”, meinte Meisen mit Blick auf bevorstehende Verschärfungen der Landes- und der Bezirksregierung. Vor diesem Hintergrund betrieb Meisen Werbung als Ortsvorsteher. Er lade alle ein, sich im Baugebiet umzusehen, um eventuell Neubürger des Ortes zu werden: „Körrenzig lebt. Jeder kann sich hier wohlfühlen.”

Abhaken und nach vorne blicken - das war die Parole, die Dr. Franz-Josef Lemmen ausgab. Alle Probleme seien ausgeräumt. Endlich könne es im Baugebiet losgehen. „Und ich bin zuversichtlich, dass wir mit der Vermarktung gut voran kommen.” Angesichts von „26 ernsthaften Reservierungen” sei es keine gewagte Prognose, wenn er in einem Jahr sagen könne, die Hälfte der Bauplätze sei verkauft.

Klaus Brandhofe von der Jülicher Martin Wurzel Baugesellschaft machte der illustren Gesellschaft am wichtigsten Erschließungspunkt des Baugebietes nicht nur die Spaten zum Geschenk, sondern versprach für die nächsten Monate eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Es freue ihn, dass das Unternehmen aus Jülich „auch wieder mal in der Heimat einen Auftrag” erhalten habe. Wurzelbau war schon bei der archäologischen Untersuchung des Baugebietes herangezogen worden.

Der Bagger, von dessen Führerstand aus Bürgermeister Witkopp die Spatenstichgruppe überwachte, wird am Wiemersberg allerdings erst in zwei Wochen beginnen, richtig viel Erde zu bewegen. Von der Kutschstraße aus, wo parallel die Kanalsanierung erfolgt, wird der Abwasserkanal in das Baugebiet verlegt.

Um Weihnachten, so die Planung, soll die Erschließung des Baugebietes abgeschlossen sein. Die ersten Häuslebauer werden irgendwann Anfang 2013 im und am Wiemersberg ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen können.

Aus dem 4,5 Hektar großen Baugebiet sind 63 Grundstücke geschnitten worden - vorwiegend für freistehende Einfamilien- und Doppelhäuser. Die Grundstücksgrößen variieren zwischen 400 und 650 Quadratmetern, der Quadratmeterpreis zwischen 105 und 115 Euro. Ein Kinderspielplatz und Grünflächen sind feste Bestandteile des Baugebietes.

Wie in allen Neubaugebieten gewährt die Stadt Linnich einen Kinderbonus von 1000 Euro pro Kinder (unter 18) im Haushalt der Eltern oder Käufer. Maximal werden 3000 Euro an Kinderbonus gewährt. Verkaufsbeginn der Grundstücke ist im Herbst.