6. Jülicher Bierbörse

Event auf dem Schlossplatz : „Braumeister ist ein toller Beruf“

Heute Jülich, morgen Rimini. Im übertragenen Sinne treffen diese genannten Städte den „Nerv“ von Michael Friedrich. Er ist Braumeister und Biersommelier, war mit seinem Ausschank, wie auch 30 andere Beschicker, nun auf der 6. Jülicher Bierbörse, die den Schlossplatz für drei Tage zu einem großen Eventtreffpunkt werden ließ, Anziehungspunkt für viele Tausende, vorwiegend junge Besucher.

Der 50-jährige Diplom-Braumeister war erstmals mit seinem Craft-Bier in Jülich vertreten. „Es war toll, ich bin zwar nicht von den Besuchern überrannt worden, aber es war in Ordnung“, urteilte er. Dass die Jugend gerade die handgemachten Biere im Fokus hat, dies hatte er schon auf den Bierbörsen in Eschweiler und Erkelenz erlebt. „Die probieren gerne die verschiedenen Geschmacksrichtungen, trinken gerne ein Kellerbier oder aber ein Ale.“ Dass der Braumeister und Biersommelier als einziger Sachse – er stammt aus Chemnitz – in Jülich vertreten war, ist das eine. Dass andere ist die Tatsache, dass er zu den insgesamt 16 Braumeistern gehört, die sozusagen als Deutsches Nationalteam bei der Weltmeisterschaft im italienischen Rimini an den Start gehen, ist das andere. „Darauf freue ich mich riesig“, sagt der Chemnitzer, der dann beweisen muss, wie gut seine Geschmacksnerven sind, der zehn Bierstile erkennen, den Juroren erklären muss, worauf es bei diesem und jenem Gerstensaft ankommt. Fragen, die auch dem Braumeister vor Ort teilweise gestellt und gerne beantwortet wurden. „Sozusagen als Test für Ende des Monats in Rimini“, scherzte Friedrich, der über ein Praktikum in einer Brauerei Gefallen an seiner Tätigkeit fand. „Braumeister ist ein toller Beruf“, schwärmte er. Ausschwärmen, über den großen Biergarten flanieren und die vielfältigen Biersorten probieren, dies hatten sich auch tausende Besucher vorgenommen. „Wann hat man schon einmal die Gelegenheit, die verschiedensten Biere zu probieren?“, meinten zum Beispiel Marcel und Dieter, die nicht nur beim Biersommelier aus Sachsen vorbeischauten.

Einen besonderen Anlass, der Bierbörse einen Besuch abzustatten, hatte auch Kerstin aus Jülich. „Ich feiere hier mit meinen acht Freundinnen meinen Junggesellinnen-Abschied“, lachte die Braut in spe, „denn eine bessere Location bekommst du nicht.“ So zogen die Mädels denn von Stand zu Stand, hatten mit ihrem mitgeführten Bollerwagen keinerlei Probleme, sich ins Gedränge zu stürzen. „Et knubbelt sich Gott sei Dank nicht, alles super und entspannt“, urteilte Willi, der die Bierbörse als „festes Event“ in seinem Planer stehen hat. Wie viele andere auch, welche die Atmosphäre auf dem Schlossplatz zu schätzen wissen. Dass man zufrieden sei, es keinerlei Probleme oder gar größere Streitigkeiten auf der Veranstaltungsfläche gegeben habe, dies hob Andreas Born, der Veranstalter, hervor „Wir kommen gerne wieder, im nächsten Jahr wird es die siebte Auflage geben.“

Was die Besucherzahlen anbelangt, seien die wie im Vorjahr gewesen. „Natürlich hat der verregnete Sonntag die Gäste abgehalten, aber grundsätzlich sind die Beschicker zufrieden.“ Negatives hatte auch Ordnungsamtschef Hans Pinell von der Stadt Jülich nicht zu berichten. „Weder schriftlich noch telefonisch hat es bei uns irgendwelche Beschwerden gegeben“, berichtete er. Was Andreas Born besonders herausstellte, war das Verhalten der Jugendlichen. „Dies muss einfach gesagt werden, wenn man zum Beispiel auf Kleinigkeiten wie abgelegte Flaschen oder zu laute Musik aus den mitgebrachten Musikboxen hingewiesen hat, waren die einsichtig, haben sofort reagiert.“

(hfs)