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Jülich: 50.000 Besucher erleben Wissenschaft

Jülich : 50.000 Besucher erleben Wissenschaft

Die Festung Forschungszentrum Jülich (FZJ) zu betreten ist zumeist gar nicht so einfach, Ausweiskontrolle und Formulare gehören zum Standard-Prozedere für jeden Besucher.

Nicht so am letzten Sonntag: Jülichs Forscher hatten zum „Tag der Neugier” geladen, unzählige Neugierige waren dem Ruf gefolgt. Bereits um 10.30 Uhr (offizieller Start war 11 Uhr) setzte der Besucherstrom ein.

„Wir haben mit 50.000 Besuchern den alten Rekord von 40.000 deutlich übertroffen”, teilte die Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit, Mechthild Hexamer, am Montag als Bilanz mit.

Der sonntägliche Ausflug bot eine Menge Abwechslung. Gleich hinter dem Haupteingang ging es rechts ab durch ein kleines Wäldchen. In der Zentralabteilung Technologie (ZAT) faszinierten große Maschinen, manch ein Vater erläuterte seinem Nachwuchs mit leuchtenden Augen, warum der große Bohrer gekühlt wird und dass in dem Glaskasten eine Fräsmaschine steckt.

Kaum wieder durch den anderen Ausgang im Freien angelangt, schallt von der Seebühne ein, zumindest für die kleinen Besucher, unwiderstehliches fröhliches „Willkommen, Bienvenue” herüber. Denn auch die Maus hatte sich auf den Weg nach Jülich gemacht.

Gleich dreimal lockte ihr charakteristisches Augenklappern ganze Familien auf den grünen Rasen. Immer wieder aber machte der orangefarbene Nager unglücklichen Eltern auf der Suche nach verloren gegangenen Kleinkindern Platz.

Wer noch glücklich vereint war, hatte weiterhin die Qual der Wahl aus umfangreichem Angebot.

Würstchen- und Kaffeedüfte verlockten so manchen zu einem Picknick, die marschierenden „Speedos” zogen musizierend über das Gelände und Biotechniker Jochem Gätgens zauberte aus seiner „Wundertüte” spannende Experimente für kleine Naturwissenschaftler.

In die Institute zog es vermehrt ältere Besucher. Im Foyer der Bibliothek konnten Schulabgänger „mit Durchblick” Informationen über die vielen Ausbildungsberufe am FZJ finden.

In Schülerlabor und großem Hörsaal wetteiferten Physik und Chemie mit interessanten Shows um die Gunst des Publikums. Und wer wollte, konnte am Stand der Fachhochschule gar einen Blick in die Zukunft werfen.

„Künstliches Blut” lautet die Zauberformel. Zur Zeit wird die kostbare Flüssigkeit noch in kleinen Portionen hergestellt, doch soll sie in absehbarer Zukunft die immer knappen Blutreserven der Krankenhäuser auffüllen.

Müde, mit Füßen, die kaum noch tragen wollten, ging es am Ende eines abwechslungsreichen Tages hinter hohen Zäunen der „Festung FZJ” wieder Richtung Bus.

Für viele Neugierige ist klar: Der nächste Tag der offenen Tür ist fest im sommerlichen Terminkalender eingeplant. Schließlich hat kaum einer alle Stationen abgeklappert, jedes Institut von innen gesehen oder die Experimente alle verfolgt.

Abgesehen vielleicht von den Teilnehmern der Forschungsrallye. Für 14- bis 20-Jährige hatten die FZJler 50 Fragen vorbereitet. Wer beantworten konnte warum Zellen keine Füße haben, wie hoch der Wasserdruck zum schneiden sein muss und welche Teilchen im „COSY” zum Einsatz kommen, hatte die Chance auf eine Digitalkamera oder gar einen Rundflug über Jülich. Ein Blick von oben auf das FZJ ist da sicher auch noch drin.