Aldenhoven/Aachen: 5000 Tonnen Stahlbeton sind in fünf Tagen zerkleinert

Aldenhoven/Aachen: 5000 Tonnen Stahlbeton sind in fünf Tagen zerkleinert

In fünf Tagen war es geschafft. 5000 Tonnen Stahlbeton zerkleinerten der Freialdenhovener Karl-Heinz Jansen und der Birgdener Friedel Hackemüller in der Kiesgrube der Bauunternehmung Tholen (BUT) GmbH, Geilenkirchen-Niederheid, zwischen Aldenhoven und Merzenhausen.

Die etwa 80 mal 80 Zentimeter großen Betonbrocken stammten vom Abriss des Zentralbauwerks des Autobahnkreuzes (AK) Aachen, das für insgesamt 75 Millionen Euro bis 2014 umgebaut.

Die westliche Hälfte der knapp 50 Jahre alten Brücke war Ende Februar von acht Baggern mit Hydraulikhämmern und Betonscheren demontiert worden.

Der zertrümmerte Abrissbeton in der Körnung von bis zu 45 Millimetern liegt mittlerweile wieder am Autobahnkreuz auf Halde, sagt Willy Tholen, Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter des Bauunternehmens. Dort wird er als Frostschutzschicht wiederverwertet. Die Brecheranlage in der Kiesgrube benötigte für den AK-Schutt mehr Zeit als üblich, da der Beton sehr viel Armierungseisen enthielt, erläutert der Geschäftsführer in Geilenkirchen. Das Eisen sortiert die Prallmühle über ein Magnetband aus. „Überall war Stahl drin”, so Jansen.

Die Brecheranlange, ein 65 Tonnen schweres Raupenfahrzeug mit 485 PS, kann mit den von einem Rotor angetriebenen Schlagleisten bis zu 350 Tonnen in der Stunde zertrümmern, verbraucht aber bei einem bis zu zehnstündigen Arbeitstag auch 450 Liter Diesel.

Am laufenden Band wurde der Aachener AK-Schutt von Lkw herantransportiert und in der Kiesgrube abgekippt. Ein 280 PS starker Kettenbagger, gesteuert von Hackemüller, hievte die Betonbrocken dann in das „Maul” der Prallmühle. Der Birgdener arbeitet seit 1991 bei BUT, Jansen, der einen 285-PS-Radlader manövriert, ist seit 1992 bei Tholen beschäftigt und seit 1995 „in dem Loch”. Beiden macht die Arbeit Spaß, sagen beide, „sonst wäre ich nicht hier”, fügt Jansen hinzu.

BUT arbeitet in Aachen den größten Auftrag in der Unternehmensgeschichte ab. Dort werden von dem Unternehmen 62.000 Quadratmeter Erde bewegt, 3520 Meter Rohrleitungen verlegt, 15.000 Kubikmeter Frostschutzschicht eingebracht, 36.000 Quadratmeter Asphalttragschichten und 34.500 Quadratmeter Asphaltbinder- bzw. -tragschichten bzw. aufgetragen sowie 500 Meter Fernmeldekabel verlegt.

Das Brückenbauwerk Süd-Ost (Fahrtrichtung Belgien-Düsseldorf) wird auf einer Fläche von zehn mal 43 Metern komplett neu von Tholen errichtet. Verarbeitet werden 640 Kubikmeter Beton/Stahlbeton und 110 Tonnen Stahl. Der strenge Winter, so Firmenchef Tholen, hat zwar den Baufortschritt um etwa acht Wochen verzögert, aber „jetzt sind wir wieder voll im Terminplan”.

Im Herbst/Winter 2012 sollen die Arbeiten am Autobahnkreuz abgeschlossen sein. Derzeit sind dort wegen der Gründungsarbeiten noch 40 bis 50 BUT-Mitarbeiter beschäftigt, aber den eigentlichen Brückenbau werden nur noch etwa 20 Beschäftigte bewerkstelligen.

Der 1989 gegründete Spezialist für Verkehrswegebau, Ingenieurbau, Tiefbau, Kanalbau, Grundbau, Erdbau und Pflasterbau, zu dem auch die Beton- und Asphaltmischwerke Tholen GmbH, Titz-Ameln, gehört, beschäftigt insgesamt rund 130 Mitarbeiter und setzt in der Gruppe 25 bis 30 Millionen Euro im Jahr um.

Derzeit sei der Auftragseingang im Straßenbau „sehr zögerlich”, berichtet Willy Tholen, denn der Bund und das Land schrieben weniger aus. Und die Städte und Gemeinden „bauen fast gar nichts mehr”. Dabei sei der Zustand vieler untergeordneter Straßen in der Region „derart desolat”, dass etliche dieser Schlagloch-Pisten aus gründen der Verkehrssicherheit schon bald gesperrt werden müssten.