2400 Weiber jeck in Lich-Steinstraß

Damen-Sitzung der KG „Maiblömche“ : 2400 Weiber jeck in Lich-Steinstraß

Insgesamt 2400 jecke Frauen feierten an zwei Tagen im rot-weißen Zelt der KG „Maiblömche“. „Ist euch was aufgefallen? Wir haben randaliert und Maurice hat sich nicht bewegt. Bei uns Frauen is dat ejal“.

Das betonte „et fussich Julche“ alias Maritta Köllner, die gleich während ihres Einzugs von den jecken Damen auf einen Tisch gezogen wurde. Sie stimmte Hits wie „Denn mir sin‘ Kölsche Mädcher“, „Wille Wille Witt“ oder „Mir halden zosamme“ an und wurde von der Menge gefeiert. Maurice Emunds – neben ihm saß Ehrenpräsident Mike Schmitz – fungierte als neuer junger Sitzungspräsident der „Maiblömche“, der allerdings alles andere als bewegungslos war. „Mädels, ich freu mich total, ich bin in einer Verjüngungskur. Wir müssen uns ja erstmal kennenlernen, wie ein erstes Date“. Mit diesen Worten hatte der junge und „schmale“ Mann nach Einzug des Elferrates sein charmantes Publikum kontaktiert und die Damen sogleich auf seiner Seite.

Der zweite Sitzungstag am Donnerstag stand sogar im Zeichen eines jecken Jubiläums, die KG feierte ihre elfte Damensitzung – stets im ausverkauften Zelt. Das Programm war an beiden Tagen identisch, es unterschied sich alleine in der Reihenfolge der Auftritte. Eisbrecher war jeweils das Duo „Klaus & Willi“ alias Bauchredner Klaus Rupprecht und seine plappernde rechte Hand, der ungezähmte Affe Willi, der selbst mit Situationskomik bei Beerdigungen Lachsalven auslöste: Weil der Tote Organspender war, erheiterte Willi etwa mit dem Peter-Maffay-Song: „Wenn du gehst, geht nur ein Teil von dir“. Oder er brachte mächtig Stimmung mit „Echosprüchen“, zum Beispiel: „Wenn ich mich hier auf der Bühne ausziehe, wem würde das gefallen?“ Antwort des Publikums: „Allen“. Mit berechtigtem Stolz präsentierte Emunds die KG-eigenen Tanzgruppen, angefangen bei den Jüngsten, den „Minimüüs“. In rot-weiß gestreiften T-Shirts und schwingenden Jeansröckchen wirbelten sie nur so über die Bühne, gefolgt von den etwas älteren und noch akrobatischeren „Tanzmüüs“ in goldenen Röckchen und rot-schwarzen Oberteilen.

Es folgten das biegsame weibliche Tanzpaar Katharina Kalisch und Hannah Rassouli und schließlich „die ganz hohe Garde“: Solomariechen Sarah Weihrauch verzauberte mit ihrer meisterhaften Tanzdarbietung im rosa-glitzernden Tanzkleidchen. Später tanzte sich die Showtanzgruppe der KG in die Herzen der Möhnen. Und dann folgte ein Höhepunkt auf den nächsten in Form der angesagten Kölschen Mundart- und Karnevalsbands, die das Zelt zum Kochen brachten. Zunächst ließ das Kölschrockquintett „Kasalla“ es krachen, gefolgt von den sechs „Paveiern“, die unter vielem anderen „bes zom nächste Mol nie widder Alkohol“ trinken wollen. Micky Nauber und seine Domstürmer, bei denen „alles im Fluss“ ist, rockten den rot-weißen Himmel von Lich-Steinstraß. Es folgten die „Rezag Husaren“, die Ehrengarde der Köln Porzer KG „Fidele Grön-Wieße Rezag“, die hinsichtlich Tempo, Akrobatik und Präsenz in ihren Tänzen kaum zu überbieten ist. Fulminanter Höhepunkt war die sechsköpfige Kult-Band „Höhner“ um Frontmann Henning Krautmacher. Das Sextett brachte unter anderem seinen brandneuen Song „Sing mir mir“, das angepfiffen und mit einer Mandoline begleitet wird, und „Wenn et Hätz Dich röf“, das im Zweiviertel-Polkatakt mit klassischem Pumpenbass powert. Zwei Power-Sitzungen der „Maiblömche“!

(ptj)