Jülich/Rödingen: 2365 Euro für „Kunst aus zweiter Hand“

Jülich/Rödingen: 2365 Euro für „Kunst aus zweiter Hand“

Eine staatliche Summe von 2365 Euro erzielte Brigitte Habig mit dem Verkauf von Kunst aus zweiter Hand. Über den Erfolg freut sie sich, ist über die Höhe positiv überrascht. Ein großer Teil der Bilder fand neue Besitzer, dennoch sind viele zurückgeblieben.

Zum Beispiel eine farbenfrohe Lithografie mit bunten Herzen, indem der Künstler das große Thema „Liebe“ thematisiert. Er mache sich lustig über die Liebe, interpretiert Habig, nutzt kitschige Herzen als Ausdrucksmittel.

Sie findet, das Bild passe gut zu der Frauenberatungsstelle. Denn: „Wenn Frauen lieben, werden sie schwach“, meint Habig. Auch heute noch seien es die Frauen, die zu Hause blieben, wenn die Kinder krank sind, die beruflich in der Familienphase zurücksteckten, die ungleiche Bezahlung akzeptierten, die mitunter von Männern geschlagen würden. Brigitte Habig, Gründungsmitglied der Jülicher Frauen helfen Frauen, sagt: „Zwischen den Geschlechtern klappt es eine kurze Zeit, wenn es schwierig wird, bleiben die Frauen auf der Strecke“.

Daher engagiert sie sich, stellte zum dritten Mal die Veranstaltung „Kunst aus zweiter Hand“ auf die Beine. Sie verkaufte Zeichnungen von Anatol, Siebdrucke des surrealistischen Malers Gerigk, Pappkameraden und Wundertüten der Helme Prinzen, Ölbilder, Siebdrucke, Reiseaquarelle oder Stillleben, alles Spenden von Kunstsammlern, Künstlern und einer Galeristin. Habig verkaufte sie in der Alten Weberei in Rödingen zu Minipreisen, investierte viel Zeit, holte die Bilder bei den Spendern ab, entzifferte die Signaturen, legte Lebensläufe der Künstler an.

Den Erlös der Aktion übergab sie nun den Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle. „Frauen helfen Frauen“ ist auf Zuwendungen angewiesen, um die laufenden Kosten decken zu können. „Seit 2013 bekommen wir von der Stadt Jülich nahezu 50 Prozent weniger Unterstützung“, informiert Diplom-Psychologin Dagmar Ahrens. Das fehlende Geld muss anderweitig zusammengetragen werden. „Da sind Angebote von außen ein riesengroßes Geschenk“, ergänzt Diplom-Sozialpädagogin Maria Brenner. Die verbliebenen Werke — es sind rund 200 Exemplare — bieten sich für eine weitere Benefizveranstaltung an. Brigitte Habig stellt die komplette Sammlung samt Infomaterial für eine ähnliche Aktion zur Verfügung. Einzige Bedingung: Der Erlös soll an „Frauen helfen Frauen“ gehen.