Jülich: 232 Pennäler sind die Stars in der Zirkusmanege

Jülich : 232 Pennäler sind die Stars in der Zirkusmanege

Furchtlose Feuerspucker und Fakire, Leiterakrobaten, Licht- und Trapezartisten, Clowns und Jongleure begeisterten in drei Vorstellungen im faszinierenden Zirkusambiente die Besucherscharen. Das Besondere: Alle 232 Schülerinnen und Schüler der jahrgangsübergreifend konzipierten Jülicher Promenadenschule traten souverän in allen Vorstellungen als Zirkusstars ins Rampenlicht.

Ihre beeindruckenden Artistennummern hatten die Grundschüler in nur fünf Tagen Alternativunterricht trainiert. „Wir haben uns den Zirkus ZappZarap ausgesucht, weil er ein pädagogischer Zirkus ist“, begründete Schulleiterin Susanne Lucas die Wahl des gewünschten Zirkusprojektpartners. Förderverein, Sponsoren und Elternhelfer ermöglichten die Umsetzung in finanzieller und praktischer Hinsicht.

Das Lehrerteam hatte zuvor an einem Samstag mit dem Knowhow und dem Equipment des Wanderzirkus die verschiedenen Nummern eingeübt, um sie den Schülern zu Beginn der Zirkuswoche zu präsentieren und ihnen vor der Auswahl der Artistengruppe eine Schnupperrunde zu ermöglichen. Der durchaus sinnvolle Alternativunterricht ließ Ängste und Grenzen überwinden und stärkte Ausdauer, Konzentration, Selbstvertrauen und Teamfähigkeit. „Kannst du nicht, war gestern“ lautet das Motto des Zirkus „ZappZarap“ aus Leverkusen.

So staunten Familienmitglieder und Freunde nicht schlecht in der jeweiligen Überraschungsshow, dass sich ihr Kind als unterstes Glied einer Pyramide auf ein Nagelbrett legte, sich in ein Scherbenbett stellte, auf dem Drahtseil oder auf großen Zirkusbällen balancierte oder am Trapez schwebte.

Beliebt waren auch die Artisten, die mit Nebelkanonen Plastikbecher von den Köpfen ihrer Teampartner schossen, oder die bunten Clowns, die für vier freiwillig in die Manege tretenden Väter einen echten artistischen Kraftakt vorbereitet hatten. Die coolen Papas schlugen sich aber tadellos.

In der zweiten Programmhälfte gab es weitere Highlights. Hier verwandelten sich die Feuerfackeln der ersten Artistennummern in lange Stangen mit brennenden Enden, die die Artisten durch die Luft und sich gegenseitig zuwarfen.

Krönung der Vorstellung war für viele die Trapeznummer, wo schlussendlich drei Kinder übereinander Schwebefiguren bildeten, das kleinste mit einem Seilzug gesichert.

Beachtlich für Grundschüler

Genauso beeindruckend wie der strahlenförmige Einzug der über 200 Schüler durch die Manege war der abschließende Tanz aller Darsteller, die allerdings kaum Platz fanden. Die Gäste, die fortwährend begeisterten Applaus gespendet hatten, fanden die Aufführung „schon beachtlich für Grundschüler“. Ein weiterer Aspekt mischte sich in die geäußerten Meinungen: „Mensch, war das ein tolles Schulprojekt. Da hätte ich als Kind auch gerne mitgemacht“.

(ptj)
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