Neues Gehege, ein Wissensparcours und drei Bühnen: 20 Jahre Brückenkopf-Park: Blick zurück und Investition in die Zukunft

Neues Gehege, ein Wissensparcours und drei Bühnen : 20 Jahre Brückenkopf-Park: Blick zurück und Investition in die Zukunft

128 Ehrengäste, die „(un)mittelbar daran beteiligt sind, dass es diesen Park gibt“, fanden sich zum 20-jährigen Bestehen in der Blumenhalle des Brückenkopf-Parks (BKP) ein.

Die Begrüßung übernahm BKP-Prokurist Hajo Bülles, der an der Teamspitze „seit 20 Jahren einen tollen Job macht“, wie Bürgermeister und BKP-Geschäftsführer Axel Fuchs lobend herausstellte. Anstelle vieler langer Reden stand der Austausch der Gäste untereinander bei Speis‘ und Trank im Mittelpunkt der stimmungsvollen Jubiläumsfeier.

Den obligatorischen Rück- und Ausblick übernahm Fuchs, dem „eigentlichen Blick in die Vergangenheit“ widmete sich der erste Park-Geschäftsführer Dr. Peter Nieveler. Fuchs erinnerte an den Antrag „einer Fraktion“ am 26. Januar 1995 unter der Überschrift „Keine Landesgartenschau Jülich“ und setzte mit Blick auf Nieveler nach: „Aber der Rat der Stadt Jülich ist schlau. Deshalb gab es eine ganz knappe Mehrheit für die Landesgartenschau“. Inzwischen habe sich vieles gewandelt. Resultat der Eintrittspreissenkung von 40 Prozent seien dreimal so viele verkaufte Dauerkarten. „Vor drei Jahren gab es noch Menschen, die stolz darauf waren, noch nie in unserem Park gewesen zu sein...“, unterstrich Fuchs augenzwinkernd.

Auch der Blick in die Zukunft mit dem geplanten Drei-Bühnen-Konzept für 1500 Besucher beschere den Akteuren gleichermaßen kontroverse Diskussionen wie vor 20 Jahren. „Schon ist das Geschrei da: Warum sollen 1500 Menschen in unseren Park kommen? Warum denn nicht?“, lautete Fuchs‘ rhetorische Frage. „Schon damals haben (zum Beispiel bei Udo Jürgens) 4500 Menschen hier gefeiert, sogar einen Parkplatz bekommen, weil sie einen Fußweg von fünf bis zehn Minuten inkauf genommen haben. Heute ist das unmöglich“, fügte der Bürgermeister mit einer Prise Ironie hinzu.

Ein weiterer Blick „ganz weit in die Zukunft“ beschere dem Brückenkopf-Park einen Wissensparcours in Zusammenarbeit mit dem „Odysseum“ in Köln, dem Forschungszentrum Jülich, vertreten durch Dr. Peter Burauel, der Fachhochschule und nicht zuletzt unterstützt von der Landtagsabgeordneten Dr. Patricia Peill (CDU). Letztere begrüßte Fuchs als „größte Freude aus dem politischen Raum“.

Anerkennung für 20 Jahre Einsatz: Viel Applaus gab es für den Brückenkopf-Vereinsvorsitzenden Tobias Sommer. Foto: Silvia Jagodzinska

„Verehrte Gäste, ich bin ein Fossil. Ich bin alt geworden, der Park ist jung geblieben“, startete Nieveler in seiner typischen Art sein „Bekenntnis“. Der Park mit seiner „entfestigten Festung im Stadtgarten als Bild überstandener Kriege und Gewalttaten“, freiem Schussfeld, zugewachsen mit Bäumen und Sträuchern, seinem Waffenplatz als Veranstaltungsraum, seinem von Kähnen befahrenen Festungsgraben und dem Zoo sei ein „großes, großes Glück für Jülich“.

Er malte ein idyllisches Bild, in dem „kein Wolf die Ziegen reißt“, wenn auch die Fische als Futtertiere für das geplante Fischottergehege „es in Zukunft nicht mehr so gut haben“. Ein weiteres „Fossil“, nämlich der Brückenkopf-Vereinsvorsitzende Tobias Sommer, erntete lobende Worte und kräftigen Applaus für sein stetes ehrenamtliches Engagement für den Park seit 20 Jahren. Nieveler schloss mit zwei Wünschen, nämlich der Restaurierung der „Festung selbst“ und, wahrscheinlich wesentlich leichter zu finanzieren, „Jülich wieder näher an den Fluss zu bringen“.

Will heißen, die Rur soll durch entsprechende Landschaftspflege wieder sichtbar gemacht werden. „Der Brückenkopf-Park Jülich ist eines der Beispiele, das Mut macht“, lobte Peill abschließend die Vielseitigkeit des Parks, der unter anderem Kinder und Bildung, Strukturwandel und Tourismus unter einen Hut bringt.

(ptj)