199 Jahre Tradition: Selgersdorf trommelt für „Katharina“

Seit 199 Jahren Tradition : Selgersdorf trommelt für „Katharina“

„Tradition verpflichtet“ heißt es sprichwörtlich und macht durchaus Freude und richtig Spaß. So jedenfalls war es am Samstag in Selgersdorf. Am Vorabend des Namenstages „Katharina“ ziehen zu Ehren der Heiligen Katharina Musikanten durch den Ort Selgersdorf; „de Kathrenge Tromm“ wird geschlagen.

Die Heilige Katharina ist auch Schutzpatronin der St. Katharina Schützenbruderschaft Selgersdorf.

Seit fast 200 Jahren gibt es diesen Brauch. Urkundlich erwähnt ist dieses Ereignis erstmalig im Jahr 1820. Auch die Jülicher Zeitung berichtete am 25. November 1956 über diesen alten Brauch. Im alten Bruderschaftsbuch aus dem 19. Jahrhundert kann man lesen: „Am 25. 9bris (November) habe ich, Brudermeister JW Ehser an den tambur baulus Treuling (wahrscheinlich für Dreyling) außzahlt vor den St. Cathrina Tag die Trom zu schlagen: auß mit zwanzig Abs (Albus – zeitgenössisches Zahlungsmittel).“

Sogar Gedichte über „de Kathrenge Trom“ wurden verfasst. So schrieb ein Paul Dreyling gegen Anfang des 20. Jahrhunderts ein Gedicht, dessen letzte Strophe lautete:„Nu lot em Stelle os bedanke. On niemals soll der Glaube wanke! Wat füe de Ahne e hellig Verspräche,datt dörfe me nie on nemmer bräche!“ Auch in diesem Jahr hörte man am Abend in Selgersdorf „de Kathrenge Tromm jonn“. Aktive und ehemalige Spielleute des Trommler- und Pfeifercorps Daubenrath ließen es sich nicht nehmen, auch bei unwirtlichem Wetter die Jahrhunderte alte Tradition weiter aufrecht zu erhalten und mit Flötenspiel und Trommelschlag „de Tromm“ zu schlagen. Dass viele Pausen eingelegt werden mussten, um sich mit klarer flüssiger Nahrung an manchem Haus zu stärken, muss man nicht besonders erwähnen. Auch das gehört zur Tradition bei der „Kathrenge Trom“. Die Daten und Zitate stammen aus der Festschrift 1983 der St. Katharina-Schützenbruderschaft Selgersdorf.

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