Jülich: 15 Platanen an der Mühlenstraße sind kaum noch zu retten

Jülich: 15 Platanen an der Mühlenstraße sind kaum noch zu retten

Braune Blätter Ende Mai? Die Platanen an der Mühlenstraße lassen schon Herbstlaub in die Frühlingsgefühle rieseln. Ursache ist nach Angaben der Landwirtschaftskammer NRW die Platanenblattfäule, ausgelöst durch einen Pilz. Sie tritt, so die Fachleute, nahezu jedes Jahr auf, in diesem jedoch besonders massiv.

Die reichlichen Niederschläge im Frühjahr, verbunden mit milden Temperaturen, haben dem Pilz Apiognomonia veneta beste Wachstums- und Verbreitungsbedingungen geboten. Im Winter haben sich im Falllaub Sporen gebildet, die durch Wind und Insekten auf die Bäume getragen wurden und die Blattknospen infiziert haben. Auch auf den neu gebildeten Blättern bilden sich bei Feuchtigkeit Sporen des Pilzes, mit denen die Krankheit weiter verbreitet wird.

An der Mühlenstraße hat es die Blätterflut besonders in sich: Da die Platanen auch vom Massaria-Pilz befallen sind, haben deren Blätter nicht nur für Allergiker problematische Folgen: Sie lösen auch bei Gesunden allergische Reaktionen aus.

„Da kann man sich nicht aufhalten”, flüchtete ein Passant vor den kontaminierten Blättern. Beschäftigte des Jülicher Bauhofes waren bei ihren Arbeiten mit Mundschutz ausgerüstet. „Es wird immer gravierender”, hat Peter Brunsch beobachtet, der als Anwohner der Mühlenstraße schon lange zu den Betroffenen gehört.

Das zweite Problem, das nicht zur den Anwohnern Sorgen bereitet, ist bei den befallenen Bäumen die erhöhte Bruchgefahr der Äste. So wurde am Wochenende von Anwohnern die Jülicher Feuerwehr alarmiert, um aus den Baumkronen abgebrochene Äste zu entfernen. Am Montag war der Bauhof mit einem Hubwagen vor Ort, um rechtzeitig Äste zu identifizieren, die herauszubrechen drohen.

„Die Platanen sind auf lange Sicht nicht zu halten”, fasste Robert Helgers, Leiter des Jülicher Tiefbauamtes, auf Anfrage das Ergebnis der Prüfungen zusammen. Da die Baumriesen gleich von mehreren Krankheiten befallen sind und die Vitalität geschädigt sei, könne man sie kaum noch retten.

Die 15 Platanen stehen auf städtischem Gelände und die Stadt hat auch für die Verkehrssicherheit zu sorgen. Das hohe Bruchrisiko der Äste fällt da natürlich stark ins Gewicht. Eine Entscheidung ist indes noch nicht gefallen. Helgers wollte am Donnerstag zunächst Bürgermeister Heinrich Stommel informieren.