Jülich: 13 alte Bäume in Jülich kommen der Ferngasleitung zu nah

Jülich : 13 alte Bäume in Jülich kommen der Ferngasleitung zu nah

Die Thyssengas GmbH (Dortmund) zählt zu den führenden deutschen Erdgastransportnetzgesellschaften. In ihrem Kerngebiet NRW betreibt das Unternehmen ein rund 4200 Kilometer langes Gastransportnetz. Die Transportleitung Alsdorf—Köln führt über Jülicher Stadtgebiet.

Hier müssen laut Unternehmen ab Montag ein gutes Dutzend alter Bäume gefällt werden, deren Wurzelwerk der Ferngasleitung zu nahe kommt und sie beschädigen könnte.

„Die Leitungen werden regelmäßig befahren“, sagt Klaus Neuhaus, Teamleiter Rechts- und Grundstücksverwaltung. Das erfolgt in der Regel im 14-tägigen Turnus per Hubschrauber, innerstädtisch auch mit anderen Fahrzeugen oder zu Fuß. Im Fokus des Netzbetreibers stehen dabei Baustellen oder der umgebende Baumbewuchs. Wie die Bepflanzung der Bereiche über den Erdgasleitungen gestaltet sein darf, haben die Aufsichtsbehörden in genauen Regelwerken festgeschrieben. So gibt es beispielsweise einen Mindestabstand für Bäume von 2,5 Metern rechts und links der Leitungstrasse.

Ob Bäume kritisch für die Sicherheit der Leitung zu bewerten sind, hänge nicht allein vom Abstand ab, sondern auch von Baumart und Größe. Aktuell mus Thyssengas im Verlauf der Erdgasleitung zwischen Kartäuser und Lorsbecker Straße entlang des Weges am Ellebach ein gutes Dutzend Bäume fällen. Der Grund: Die Wurzeln der zu groß gewordenen Bäume könnte die schützende Umhüllung der Rohrleitungen beschädigen. Das kann selbst bei den aus hochwertigem Spezialstahl bestehenden Leitungen zu Korrosionsschäden führen. „Die Bäume sind nach einem Regelwerk begutachtet worden, so dass nur kritische Bäume betroffen sind“, beschreibt Neuhaus die aufwändige Einzelfallprüfung durch einen Gutachter. Die betreffenden Stämme sind mit einem roten Punkt gekennzeichnet worden.

Rodungen beginnen am Montag

Wie die Thyssengas weiter mitteilt, beginnen die Rodungen am Montag. Für die Dauer der Arbeiten hat das Unternehmen rund zwei Wochen veranschlagt. Die Fällarbeiten sind sowohl mit der Stadt Jülich als auch mit dem Kreis Düren abgestimmt worden, da beispielsweise auch ein kleinerer Bereich am Berufskolleg des Kreises betroffen ist. Ersatzbepflanzungen werden ebenfalls in Abstimmung mit der Stadt vorgenommen.

Das Unternehmen macht Anwohner und Nutzer des kombinierten Rad- und Gehweges entlang des Ellebachs darauf aufmerksam, dass im Zuge der Arbeiten mit Beeinträchtigungen an der Kartäuserstraße im Bereich vor dem Rathaus sowie die Sperrung des am Bach gelegenen Fuß- und Radweges notwendig ist. „Hierfür bitten wir um Verständnis“, schreibt die Abteilung Kommunikation des Gasnetzbetreibers. Der Verlauf der Transportleitung ist übrigens an den gelben Schilderpfählen zu erkennen, die überirdisch anzeigen, wo die 40 cm dicken Rohrleitungen vergraben worden sind.

(ahw)