120 Händler beim Linnicher Andreasmarkt

Buntes Rahmenprogramm : 120 Händler beim Linnicher Andreasmarkt

„Sie haben das Raumproblem super gelöst. Der Andreasmarkt ist so gut wie immer“. Das betonten Irmgard Maselter und Irene Schingeler, die seit vielen Jahren den Markt besuchen und so die Vergleichsmöglichkeit haben.

Natürlich gab es auch andere Stimmen, die von einem „kleinen Markt“ außerhalb der traditionellen Andreasmarktbereiche sprachen. Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker sagte: „Es ist wohl noch nicht so viel los. Früher haben sich die Leute freigenommen, die Geschäfte waren geschlossen“. In ihrer motivierenden Art setzte sie nach: „Aber wir arbeiten daran ...“.

Rund 120 „fliegende“ Händler hatten sich am Marktmontag in der für den Verkehr gesperrten Innenstadt rund um den Kreisel aus Löffelstraße, Alwyk und Kirchstraße mit ihrem hochwertigen und breit gefächerten Sortiment angesiedelt. Es reichte vom Bambusfasertuch und Bettwäsche über Kleidung, Socken und Stahlwaren bis hin zu Pflegemitteln für Metall oder Leder. Die eine oder andere redegewandte Warendemonstration, wie die eines Scheibenreinigungsgels, bereicherte das Marktgeschehen.

Einige Händler warteten auch mit Infobildtafeln auf, wie dem „Werdegang einer Stahlschere aus Solingen“. Der Linnicher Bürgerbusverein startete zum Andreasmarkt im Halbstundentakt von der Haltestelle Rurtalbahn, um über die Haltepunkte Seniorenheim und Schulzentrum bis zum Altermarkt und wieder zurück zu fahren.

Traditionell wurde am Vormittag im Rathaus ein großer Empfang mit Gästen aus Linnichs Partnerstadt Lesquin und Teilnehmern aus der Städteregion Aachen gehalten. Im Rahmen des Schüleraustausches erreichte am Mittag ein Bus mit 44 Schülerinnen und Schülern die Partnerstadt an der Rur. „Genau 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges ist die Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich Gott sei Dank sehr stark geworden. Das ist eben nicht selbstverständlich, sondern das Gegenteil“, kommentierte Schunck-Zenker Linnichs „Beitrag zur deutsch-französischen Freundschaft“.

Jean-Marc Ambroziewicz, seit einem Jahr Bürgermeister von Lesquin, bedankte sich seinerseits für die Warmherzigkeit der Bürgermeisterin. Ambroziewicz besucht Linnich zum Andreasmarkt seit 1995, damals als Finanzbeauftragter der Partnerstadt. Seine Rede zur Vorstellung Lesquins hatte er „aus Zeitmangel“ während der Fahrt nach Linnich geschrieben. In den 44 Jahren der „sehr lebendigen“ Städtepartnerschaft haben sich sowohl Linnich als auch Lesquin stark verändert.

Das bunte Rahmenprogramm, das dem einstigen Bauernmarkt zu neuem Schwung verhelfen soll, hatte schon am Vortag, dem 1. Advent, begonnen. Ein kleiner, aber gut ausgestatteter Kunsthandwerkermarkt mit Händlern aus Linnich und Umgebung ermöglichte auf Altermarkt und Kirchplatz auch berufstätigen Bürgern einen Marktbesuch. Zusätzlich zum Kunsthandwerk wurden Köstlichkeiten zum Verzehr wie frische Fischbrötchen oder Glühbier feil geboten. Eine stimmungsvolle Lichtgestaltung verband Altermarkt und Kirchplatz.

Als Highlight wurde zu einer „Nachtwächter-Stadtführung“ zum Thema Andreasmarkt mit historischen Aspekten und Anekdötchen aus der bewegten Geschichte geladen. Auf der Bühne am Altermarkt erfolgte die musikalische Einstimmung in den Advent und die feierliche Eröffnung des beleuchteten Adventskalenders, der wie im Vorjahr ausgehend von den Fenstern des Hauses Altermarkt 5 auf die Besucher strahlte. Zu den Rahmenevents zählten ein Orgelkonzert und eine Wunschzettelaktion am Tannenbaum der evangelischen Kirche, ferner der Aufbau einer Lego-Krippe, Kirchenführung und Nikolausbesuch zu den Ereignissen der katholischen Kirche St. Martinus , die an beiden Tagen romantisch illuminiert war. Im Heimatmuseum wurden Märchen vorgelesen.

(ptj)
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