Erkelenz/Mönchengladbach/Titz/Jüchen: Zweckverband Tagebaufolge(n)landschaft ist gegründet

Erkelenz/Mönchengladbach/Titz/Jüchen : Zweckverband Tagebaufolge(n)landschaft ist gegründet

Die Anliegerkommunen des Braunkohletagebaus Garzweiler II arbeiten künftig auf einer neuen institutionellen Basis enger zusammen: Die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Tagebaufolge(n)landschaft Garzweiler ist erstmalig zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammengekommen.

In dieser Sitzung wurden die notwendigen Beschlüsse gefasst, um den Zweckverband arbeitsfähig zu machen. Insbesondere wurden Martin Heinen, Mitglied der Verbandsversammlung, zum Vorsitzenden der Verbandsversammlung und Dr.-Ing. Gregor Bonin, Dezernent für Planen, Bauen, Umwelt und Mobilität der Stadt Mönchengladbach, zum Verbandsvorsteher gewählt.

Bündeln ihre Kräfte und Ideen: (v.l.) Die vier Bürgermeister Jürgen Frantzen (Titz), Peter Jansen (Erkelenz), Harald Zillikens (Jüchen) und Hans-Wilhelm Reiners (Mönchengladbach) mit den frisch gewählten Funktionsträgern Dr. Gregor Bonin, Verbandsvorsteher und Martin Heinen, Vorsitzender der Verbandsversammlung. Foto: Zweckverband

Der Zweckverband hat sich zum Ziel gesetzt, den durch den Tagebau über mehrere Generationen beanspruchten Raum gemeinsam zum Wohle der Kommunen und ihrer Bevölkerung zu gestalten. Er bearbeitet die Themenfelder Landschaft, Gesellschaft, Wirtschaft, Städtebau und Infrastruktur.

Darüber hinaus nimmt er die Abstimmung der gemeinsamen Planungen, die gemeinsame Weiterentwicklung der Perspektiven, die Qualitätssicherung, die Wahrnehmung der Aufgaben als weiterer Träger öffentlicher Belange in den gesetzlichen Planungsverfahren und die gemeinsame Flächenentwicklung und -bewirtschaftung vor. So sollen die Auswirkungen der Tagebaue gemindert werden.

„Diese Vorhaben können zielgerecht nur mit dem Bergbauunternehmen RWE Power AG geplant und umgesetzt werden“, hieß es nach der konstituierenden Sitzung seitens des Zweckverbands. Deshalb unterstütze RWE Power AG den Zweckverband „als beratendes Mitglied finanziell und durch Sach- und Planungsleistungen bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben“.

Chancen herausarbeiten

Eine der wichtigen ersten Aufgaben wird es neben der Konkretisierung erster Schritte zur Umsetzung des Drehbuchs sein, eine Geschäftsführung zu gewinnen, die die Interessen des Zweckverbands gegenüber den verschiedenen Akteuren wahrnimmt und die Planungen zur Tagebaufolge(n)landschaft Garzweiler voranbringt.

Die Bürgermeister der vier am Zweckverband beteiligten Kommunen — Peter Jansen (Erkelenz), Hans Wilhelm Reiners (Mönchengladbach), Harald Zillikens (Jüchen) und Jürgen Frantzen (Titz) — zeigten sich nach der Gründungsversammlung erfreut darüber, dass ein Jahr nach Präsentation der Ergebnisse des „Drehbuchs zur Tagebaufolge(n)landschaft“ nun mit dem Zweckverband Strukturen geschaffen worden seien, die eine Umsetzung der dort entwickelten Ideen ermöglichten.

Der Zweckverband werde künftig eine sehr gute Plattform bieten, in dessen Rahmen die beteiligten Kommunen über „verbindende Chancen im Umfeld des Tagebaus sprechen anstatt über ein trennendes Loch“, hieß es.

„Diese wichtige Initiative der vier Kommunen ist gut für die Region“, so Michael Eyll-Vetter, Leiter der Tagebauentwicklung bei RWE Power. „Sie bündelt eine Menge Energie und Know-how und ebnet den gemeinsamen Weg in die Zukunft. Es ist für uns ganz klar, dass wir sie unterstützen. Denn wir fühlen uns der Region und ihren Einwohnern langfristig verpflichtet.“

Dr. Gregor Bonin schaut schon auf die nächsten Entwicklungsschritte: „Bereits im kommenden Jahr beabsichtigt der Zweckverband, aus den Ideen des Drehbuchs vor Ort sichtbare Umsetzungen des ,grünen Bandes‘ zu realisieren. So wird auch für die Bürgerinnen und Bürger sichtbar, dass die Arbeit des Zweckverbandes nicht nur die Planungsaufgabe umfasst, sondern ein aktives Kümmern zum Wohle unserer Heimat bedeutet.“

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