Bürgerversammlung zur Ortsumgehung: Zukunftspläne kontrovers diskutiert

Bürgerversammlung zur Ortsumgehung : Zukunftspläne kontrovers diskutiert

Nachdem die Planungsgruppe MWM den Myhler Bürgern im November ihre ersten Ideen für die weitere Entwicklung des Ortes vorgestellt und deren Anregungen aufgenommen hatte, stellte Bernd Niedermeier, geschäftsführender Gesellschafter von MWM, den Bürgern jetzt die Ergebnisse vor.

Wieder platzte das Myhler Pfarrheim aus allen Nähten. „Was wir hier vorhaben, ist etwas ganz Tolles für Myhl“, hatte Bürgermeister Manfred Winkens zuvor in seiner Begrüßung erklärt. „Ich hoffe, dass sie alle zufrieden nach Hause gehen und sagen: So machen wir es!“

Niedermeier begann seine Präsentation mit einem Rückblick in die Geschichte von Myhl und beleuchtete verschiedene Punkte der Infrastruktur. Als Kernpunkte der Strukturentwicklung nannte er die neue Gestaltung der Sankt-Johannes-Straße nach deren Abbindung in Höhe des Friedhofs für Automobile im Zuge der Fertigstellung der Bundesstraße 221n als Ortsumgehung. Die Verbesserung der Plätze im Ort, die neue Organisation der Parkplätze, die Aufwertung von Grünanlagen und die Verschönerung der Fassaden in Zusammenarbeit mit den Haus- und Grundstückseigentümern nannte er als wichtige Punkte des Konzepts.

Dann ging er auf einzelne Projekte der Planung ein. Sie sieht etwa für die Grünfläche neben dem Pfarrheim neue, abschraubbare Spielgeräte vor an Stelle des bisherigen Spielplatzes schräg gegenüber. Diese könnten abgenommen werden, wenn auf dem Platz etwa für eine größere Feierlichkeit ein Zelt gelegt werden solle. Das Wegesystem soll ebenso verbessert werden wie der Sankhasplatz. Um die Parksituation bei Veranstaltungen in der Halle an der Grundschule zu verbessern, schlug Niedermeier eine temporäre Einbahnstraßen-Lösung vor.

Dann ging er auf die Sankt-Johannes-Straße ein. Man habe in der Planung die Straßenachse zentral zwischen den Häuserzeilen angelegt und erreiche so mit ein paar Ausnahmen jetzt überall eine Bürgersteigbreite von zwei Metern, erklärte er. Durch fest eingeplante Parkbuchten und Baumpflanzungen ergibt sich eine Verschachtelung in der Straße. Als Alternative hatte er vor der Kirche eine Querungshilfe geplant, gegen die sich jedoch gleich großer Protest erhob, da dann die Parade zur Kirmes dort gar nicht mehr durchführbar sei, wie einige Anwesende erklärten.

Aber auch mit anderen Vorschlägen waren die Bürger nicht einverstanden, etwa mit der Pflasterung der Straße zwischen Kirche und Friedhof. Die Baumpflanzung reiche aus, waren sich die Anwesenden einig. Protest erhob sich auch gegen die Verlegung des Spielplatzes, der sich derzeit auf einem Grundstück schräg gegenüber vom Pfarrheim befindet.

Zu eskalieren drohte die Situation, als es um den Sankhasplatz und das dort neu gebaute Feuerwehrgerätehaus ging. „Das steht jetzt da. Das kriegen wir nicht mehr weg!“, beendete Winkens die Diskussion. Allgemein wurde an der Planung von MWM kritisiert, dass alle Fotoaufnahmen zu Zeiten gemacht worden seien, in denen die Verkehrssituation sich nicht schwierig darstelle. Abends und nachts sowie zu Zeiten von Gottesdiensten in der Kirche oder Veranstaltungen in der Mehrzweckhalle sei die Lage mit Autos, die keinen Parkplatz finden würden, eine ganz andere, monierten zahlreiche Anwesende.

„Die Wiese muss weg. Da muss ein Parkplatz hin!“, lautete dann auch eine Forderung aus der Bevölkerung. Auch sollen jetzt Gespräche mit der Kirche geführt werden bezüglich der möglichen Schaffung von Parkplätzen auf der Rasenfläche vor dem Pfarrhaus. Angeregt wurde zudem, bei Veranstaltungen auch den Schulhof als Parkplatz zu nutzen.

Abschließend waren sich alle einig, dass es für die weitere Planung auch noch eine dritte Bürgerversammlung in Myhl geben muss. Dabei erhielten die Bürger jedoch bereits das Versprechen von Winkens, dass der Spielplatz an seinem bisherigen Platz bleibt. Und Kämmerer Willibert Darius erklärte, dass man bei den Straßenbaumaßnahmen wahrscheinlich ohne Anliegerbeiträge auskommen werde.

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