Erkelenz: Zukunftslauf von Erkelenz nach Wanlo: Mit Laufschuhen gegen Klimakiller

Erkelenz: Zukunftslauf von Erkelenz nach Wanlo: Mit Laufschuhen gegen Klimakiller

In Berlin nimmt die Braunkohle-Kommission ihre Arbeit auf. Ziel ist die Erstellung eines Fahrplans für den Ausstieg aus der Braunkohle in Deutschland. Von Erkelenz aus wurde nun ein Zeichen in Richtung Berlin gesendet.

Unter dem Motto „Der Braunkohle den Laufpass geben“ hatten sich rund hindert Läufer auf dem Konrad-Adenauer-Platz gesammelt, um gemeinsam nach Wanlo zu laufen. Dies war eine von über 40 Aktionen, mit denen Braunkohlegegner und Klimaaktivisten bundesweit darauf hinweisen wollen, dass es sprichwörtlich fünf vor zwölf ist.

„Wir sind die Generation, die die Folgen des Klimawandels erstmals mitbekommt“, betonte Ralf Bußberg vom Erkelenzer Klimatisch in Anlehnung an ein Zitat des ehemaligen US-Präsidenten Obama. „Wir sind aber auch die, die noch etwas dagegen tun können.“ Zu dem Lauf eingeladen hatten der Klimatisch, die gruppe Kreativ gegen Kohle, „Das gelbe Band“ aus Wanlo und das Bündnis gegen Braunkohle, das die bundesweiten Aktionen koordinierte.

Der Zukunftslauf, wie die Organisatoren ihn getauft hatten, führte über Unter- und Oberwestrich, Kuckum und Keyenberg nach Wanlo. Andere Läufer starteten in Kuckum, um dann in Wanlo dazu zu stoßen. Geplant war auch ein Besuch der Tagebaukante.

Dirk Jansen, Geschäftsleiter Umwelt- und Naturschutzpolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) NRW, war auch unter den Startern, die sich mittags am Konrad-Adenauer-Platz eingefunden hatten. Für den passionierten Marathonläufer war die Strecke keine Herausforderung.

„Das Endspiel um die Kohle hat begonnen“, erklärte er und fügte hinzu, dass die Arbeit der Kommission, die in Berlin zusammenkommt, ihren Sinn verliere, wenn „im Oktober im Hambacher Forst wieder die Kettensägen zum Einsatz kommen“. Der Ausstieg müsse schnell kommen und die Einhaltung der Pariser Klimaziele müsse oberste Priorität erhalten.

Unter den Produzenten des Klimakillers CO2 ist Deutschland ganz vorne dabei. Daher muss nach Auffassung der Kohleaktivisten die Blockadehaltung der Energiewirtschaft gebrochen werden.

Der Kommission stehe ein zähes Ringen bevor, erklärte Jansen. Sie sei bei Befürwortern und Gegnern der Kohle gleichermaßen hochkarätig besetzt. Der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen ist als beratendes Mitglied nach Berlin eingeladen worden.

Bevor der Lauf begann, hatten alle Teilnehmer und Besucher Gelegenheit, ihren Handabdruck auf einem Plakat zu hinterlassen, welches der Kommission überreicht wird, um die Forderung nach einem sofortigen Ausstieg aus der Kohle zu unterstreichen.

In Wanlo erwartete die Läufer neben einer Stärkung auch eine Vielzahl an Informationen über das Thema Kohle. Darüber hinaus stellte sich auch das Klimacamp vor, das vom 11. bis 22. August wieder in Erkelenz stattfindet.

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