Zirkusprojekt der Grundschule Myhl: Feuer gespuckt, Kiste durchbohrt

Zirkusprojekt der Grundschule Myhl : Feuer gespuckt und Kiste durchbohrt

„Vorhang auf, Manege frei und lasst das Spiel beginnen!“ Mit diesem Aufruf starteten im Zelt vom Projektzirkus Regenbogen im Myhler Monesfeld die beiden Vorstellungen, in denen die Schüler der katholischen Grundschule ihren Eltern, Großeltern Geschwistern und Freunden präsentierten, was sie in der Projektwoche an Künsten gelernt hatten.

Schon lange hatten sich das Kollegium und die OGS-Betreuung eine solche Projektwoche gewünscht, die jetzt dank großzügiger Unterstützung des Fördervereins realisiert werden konnte und deren Ankündigung auch von den Kindern mit großer Begeisterung aufgenommen worden sei, so die kommissarische Schulleiterin Doris Wingertszahn. „Allen stürmischen Wetterkapriolen zum Trotz, die die Organisatoren immer wieder um das Zirkuszelt bangen ließen, konnten die Kinder eine Woche lang Zirkus hautnah erleben und ganz in die abenteuerliche Welt eintauchen“, sagt sie. „Und das taten sie mit großem Eifer.“

Zu Beginn der Projektwoche wählte jedes Kind eine Rolle für sich aus. Jeden Tag wurde dann in zwei Gruppen, angeleitet durch Mitglieder der Zirkusfamilie, im Zirkuszelt oder in den Räumen der Schule fleißig geübt. „Schon in den Pausen konnte man beobachten, wie sich die Schulkinder der ersten bis vierten Klasse in kürzester Zeit in wahre Zirkuskinder verwandelten“, erklärt die kommissarische Schulleiterin. Höhepunkt und Abschluss dieser wirklich besonderen Schulwoche waren dann die beiden Vorstellungen. Da sei das Lampenfieber schon so langsam gestiegen, als sich Kinder, Lehrer und OGS-Mitarbeiter zur großen Generalprobe im Zirkuszelt versammelt hätten, erinnert sie sich.

Die Kindergärten des Ortes waren mit den künftigen Schulkindern eingeladen und schnupperten ebenfalls Zirkusluft. Am Nachmittag präsentierten dann alle kleinen Künstler ihr Können in zwei komplett ausgebuchten Vorstellungen. Los ging´s mit Clowns, die sich zunächst darum stritten, wer denn nun der wahre Zirkusdirektor sei. Auch später lachte das Publikum Tränen über weitere Szenen der gar nicht so dummen Auguste mit ihren Zaubertricks und über die Disco-Clowns, die in der Manege rockten.

Sehenswert waren natürlich auch die Auftritte der Akrobaten, die kunstvolle Menschenpyramiden bauten oder wie anno dazumal ihre nicht minder anspruchsvolle Turnerei stilecht in Ringelanzügen und mit Schnauzbart darboten. Nach oben ging es bei den Luftakrobaten, die ihre Kunststücke am Reifen unter der Zirkuskuppel zeigten und auch bei den Seiltänzerinnen, die gekonnt einzeln und zu zweit über das Drahtseil balancierten. Zauberer durften natürlich ebenfalls nicht fehlen. Sie sperrten eine Schülerin in eine Kiste und durchbohrten diese mit ihren Schwertern. Und die Zuschauer staunten nicht schlecht, als anschließend ein Junge aus der Kiste stieg.

Viel Applaus gab´s auch für die Jongleure in wechselnden Formationen mit Tüchern, Reifen oder leuchtenden Kugeln. Noch einmal hielt das Publikum gespannt den Atem an, als die kurzweilige Vorstellung mit den Feuerspuckern endete, die im abgedunkelten Zirkuszelt ihren Mut bewiesen.

„Ganz eindeutig haben alle Kinder in dieser Woche, die leider viel zu schnell vorbei ging, etwas ganz Besonderes gelernt und sind dabei wirklich über sich selbst hinausgewachsen“, war sich Doris Wingertszahn am Ende mit Zirkusdirektor Niklas Lagrin einig. Nicht nur die Schüler hoffen schon jetzt, dass eine solche Projektwoche bald wiederholt werden kann.

Neben dem Förderverein dankte die kommissarische Schulleiterin auch der Familie Gerichhausen, die ihre Wiese zur Verfügung stellte, und den Anwohnern, die den Zirkus mit Strom und Wasser versorgten. „Ganz Myhl ist eben nicht nur im Karneval ein Zirkus!“, lachte sie mit einem Blick auf das diesjährige Motto des Myhler Karnevalsvereins.