Heinsberg: Zahl der Tafel-Kunden steigt

Heinsberg: Zahl der Tafel-Kunden steigt

Schon vor dem offiziellen Start des inzwischen traditionellen Martinsessens an der Christuskirche hatten sich zahlreiche Kunden und ehrenamtliche Mitarbeiter der Heinsberger Tafel in und vor der Kirche eingefunden.

Pfarrer Sebastian Walde begrüßte zu Beginn zunächst die beiden Ehepaare, die sich auch in diesem Jahr mit ihren Imbisswagen wieder in den Dienst der guten Sache stellten und für alle Besucher zwei Stunden lang kostenfrei Pommes Frites und Wurst anboten. Linde und Karl-Heinz Pfeifer aus Bocket sowie Wilfried und Manuela Holten mit ihrer Mitarbeiterin Gabi Schink aus Havert-Stein hatten da alle Hände voll zu tun. Ihr Tun sei nicht nur auf Umsatz und Gewinn ausgerichtet, sondern auch darauf, etwas Gutes zu tun für diejenigen, die sich das nicht leisten könnten, erklärte er. „Teilen macht reicher“, rief er als Motto des Martinsessens auf.

Auch Wilfried und Manuela Holten stellten sich mit ihrem Imbisswagen wieder in den Dienst der guten Sache. Fotos (2): Anna Petra Thomas Foto: Anna Petra Thomas

Kalt sei nicht nur das Wetter, sondern auch die Gesellschaft, fuhr Walde fort. Der Zusammenhalt in der Gesellschaft nehme immer weiter ab und die soziale Kälte nehme zu. „Das ist kein Naturgesetz, aber das scheint sich immer weiter durchzusetzen“, so seine Befürchtung. „Wir wollen uns dem jedoch widersetzen“, betonte er.

Dann stellte er mit Albert Zaunbrecher, Leiter der Heinsberger Realschule, den neuen Schirmherrn der diesjährigen Weihnachtsaktion der Tafel vor. Er übernimmt das Amt von Annegret Krewald, Leiterin des Heinsberger Kreisgymnasiums, der Walde für ihre Arbeit und natürlich auch für das Engagement von Schülern und Lehrern dankte. „Das ist ein schönes Amt. Ich gratuliere dazu“, erklärte Krewald, als sie die gelbe Martinslaterne der Tafel an Zaunbrecher übergab.

Für rund 600 Menschen

„Ich hoffe, nein, ich bin mir sicher, dass wir auch viel Gutes leisten werden“, betonte Zaunbrecher. Er freue sich, dass ihm die Schirmherrschaft angetragen worden sei, erklärte er weiter und dankte für das damit in ihn gesetzte Vertrauen. „Ich verspreche, die Aktion tatkräftig zu unterstützen.“ Immerhin habe sich die Realschule als Unesco-Projektschule mit ihren rund 850 Schülern und rund 50 Kollegen der Devise verschrieben, Verantwortung für den Nächsten zu übernehmen. „Gesellschaft und Gemeinschaft funktionieren nur, wenn man füreinander da ist und miteinander teilt“, sagte er.

Die Tafel sei im Hinblick auf ihre Weihnachtsaktion dankbar für jede Spende, „und sei sie noch so klein“, betonte Walde, als er zwei größere Firmenspenden und dazu auch schon private Geldspenden entgegennahm. Immerhin gilt es für die Tafel, in diesem Jahr zu Weihnachten rund 600 Menschen zu versorgen und damit etwa 100 mehr als im vergangenen Jahr. „Die Anzahl derer, die unsere Tafel in Anspruch nehmen, steigt von Jahr zu Jahr“, sagte er. Ziel der Tafel sei es jedoch nach wie vor, das Weihnachtsfest auch für diese Menschen aus dem Alltag herauszuheben und es zu einem Fest zu machen, an dem sie einmal nicht an die Probleme denken müssten, die sie täglich „sorgen und drücken“ würden.

Waldes Dank ging schließlich auch an Lehrer Arno Schmitz von der Realschule, der Schülerin Joline Jütten am Klavier begleitete. Sie erfreute die Gäste der Tafel mit zwei Gesangsdarbietungen.

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