Erkelenz: Zahl der Flüchtlinge im Stadtgebiet sinkt

Erkelenz: Zahl der Flüchtlinge im Stadtgebiet sinkt

In der Sitzung des Bezirksausschusses Mitte berichtete der Erste Beigeordnete der Stadt Erkelenz, Dr. Hans-Heiner Gotzen, über die derzeitigen Flüchtlingszahlen in Erkelenz und deren Unterbringung. Demnach sind seit Anfang Januar 313 Flüchtlinge nach Erkelenz zugewiesen worden, darunter 17 unbegleitete Minderjährige.

Im vergangenen Jahr waren es 716, darunter wiederum 20 unbegleitete Minderjährige sowie 150 Personen, die im Rahmen der Amtshilfe für das Land NRW untergebracht werden mussten. Die Unterbringungsplätze im Rahmen der Amtshilfe seien aber mittlerweile abgebaut worden.

Bis zum Stichtag 1. Juni befanden sich nach Auskunft der Verwaltung 594 Flüchtlinge in Erkelenz. 48 sind in der Gerderather Turnhalle untergebracht, 32 im Hotel. In angemieteten Wohnungen wurden 98 Flüchtlinge untergebracht, in städtischen Wohnungen 58. In städtischen Übergangsheimen sind 174 und in privat angemieteten Wohnungen 147 Flüchtlinge untergebracht. Dazu kommen 37 unbegleitete Minderjährige.

Für die Zeit bis September habe die Stadt nach Aussage des Landes und einer entsprechenden Zuteilungsquote mit rund 217 neuen Zuteilungen zu rechnen. Dies entspräche einer Quote von bis zu 30 pro Woche, womit „man leben kann“, wie Gotzen betonte. Allerdings könnten sich die Quoten auch ändern, da sie nahezu täglich neu berechnet werden würden. Daher müsse man vorbereitet sein, weshalb die Stadt derzeit drei Containeranlagen für jeweils bis zu 80 Personen errichte. Die Standorte orientierten sich an der Größe von mindestens 250 Einwohnern.

So ist eine Unterkunft in Kückhoven an der Katzemer Straße im Bereich des Sportplatzes errichtet worden. Zwei weitere entstehen in der Innenstadt an der Richard-Lukas-Straße und im Gipco an der Brüsseler Allee. Die Turnhalle in Gerderath werde hingegen geräumt, saniert und dann wieder ihrer Bestimmung als Sportstätte zugeführt, führte Gotzen weiter aus.

Die Standortsuche für die Containerwohnanlagen habe sich schwierig gestaltet, wie Gotzen betonte. Lange habe man gesucht, aber keine private Fläche gefunden. Daher habe die Stadt auf eigene Flächen zurückgreifen müssen, die über einen Kanalanschluss verfügten. Die Anlage in Kückhoven ist Mitte Juli bezugsfertig, die Richard-Lukas-Straße und die Brüsseler Allee folgen dann im August.

In Neuhaus wurde durch den Rückbau eines sanierungsbedürftigen Gebäudetraktes, an dessen Stelle ein Holzgebäude in Modulbauweise Platz findet, eine dauerhafte Lösung geschaffen. Der zweite Gebäudetrakt müsse jedoch auch saniert werden, betonte Gotzen. „Durch die mehrgliedrige Vorgehensweise haben wir uns richtig positioniert“, lautete sein Fazit.

Eine Entspannung bei den Zahlen konnte Gotzen auch berichten. So sei die Zahl der Flüchtlinge von rund 800 im Februar auf die derzeitigen 594 gesunken. Dies hänge immer von der jeweiligen Dauer der Verfahren ab. 84 Flüchtlinge seien in den Status der Anerkennung gewechselt und bezögen nun Leistungen nach Hartz IV. Über die Zahlen der Anerkennung konnte Gotzen keine Auskunft geben, da es in Erkelenz keine Ausländerbehörde gebe.

Allerdings seien Flüchtlinge in Erkelenz untergebracht, bei denen sich die Eröffnung des Anerkennungsverfahrens seit über einem Jahr dahinziehe. Daher gebe es auch Flüchtlinge, die aufgrund der Dauer aufgeben oder nach der Ablehnung ihres Antrags „verschwinden“. So sei die Zahl der Bewohner der Gerderather Turnhalle von anfangs 70 auf rund 35 gesunken.

„Wir wissen nicht, wo die abgeblieben sind“, räumte er ein. Eine Wohnsitzauflage, wie sie derzeit von der Bundesregierung beraten werde, sei letztendlich in der Umsetzung Ländersache. Eine Einigung bei dem Thema sei nicht in Sicht.