Heinsberg-Waldenrath: Wooder Wend begeistert mit ganz hoher Qualität

Heinsberg-Waldenrath : Wooder Wend begeistert mit ganz hoher Qualität

Während die meisten Gesellschaften der Region inzwischen selbst Tanzgruppen der Spitzenklasse zu bieten haben, müssen sie im Programmbereich Wort oder Musik oft komplett auf auswärtige Kräfte zurückgreifen, die aus der näheren Region oder aus den Hochburgen des Karnevals kommen. Der Wooder Wend ist eine der wenigen Karnevalsvereinigungen, die diesem Trend bisher nicht gefolgt ist und immer noch ein Programm mit eigenen Kräften füllt.

Dass diese auch für diese Kappensitzung wieder gelang, freute natürlich vor allem Sitzungspräsident Detlef Schumacher und seinen Elferrat auf der Bühne, der dieses Mal sogar ein Zwölferrat war.

Das Trommler- und Pfeiferkorps hatte die Herren zusammen mit der Garde auf die Bühne gespielt, während der Musikverein als Sitzungskapelle fungierte. Beide musizierenden Vereine bilden zusammen mit der Schützenbruderschaft und der DJK die Karnevalsvereinigung Wooder Wend, die weder Gesellschaft noch Verein ist, sondern eine reine Interessengemeinschaft für den Karneval in Waldenrath, die auch ohne Tollitäten auskommt.

Norbert Backhaus war im eigenen Programmteil Wort dieses Mal der Eisbrecher als „Enne Drüje“. Über die Unterschiede zwischen „Früher und Heute“ ließ sich Marlene Wynands aus, und das Publikum hatte seinen Spaß dabei. Als „Ene jestressde Vadder“ hatte schließlich Raimund Frenken die Lacher auf seiner Seite — und das nicht nur, weil noch die benutzte Windel seines Jüngsten an seiner Tasche baumelte.

Großartige Gruppen

Das Stadtprinzenpaar, Rene II. und Dagmar, machte natürlich den Waldenrathern ebenfalls seine Aufwartung und hatte Seniorengarde, Showtanzgruppe und zwei Mariechen mitgebracht, die dem Publikum sehr gut gefielen. Viel Applaus gab‘s zudem für die weiteren Gesellschaften, die mit und ohne Tollitäten dem Wooder Wend auf der Bühne applaudierten.

Aus Scheifendahl war wie seit vielen Jahren schon das Männerballett „Pooljonges“ dabei, das sich sehr zum Spaß der Zuschauer den Fernsehgewohnheiten der 1980er Jahre widmete. Eine wahre Ausnahmeerscheinung in der Region sind die drei Showtanzgruppen der DJK Waldenrath, die ebenfalls nicht mehr aus dem Sitzungsprogramm des Wooder Wend wegzudenken sind, wenn sie inzwischen auch schon zu ihrem eigenen Dämmerschoppen einladen.

Die „Minilights“ mit dem Motto „Supergirl“, die „Flashlights“, die im „Hotel Waldorf Astoria Waldenrath“ willkommen hießen oder die „Showlights“, die mit „Esmeralda und der Glöckner 2018“ wahre Musicalszenen auf die Bühne brachten: In Quantität, aber auch in Qualität sind diese Gruppen kaum zu toppen. Die Synchronität ihrer Darbietung, die Geschwindigkeit, die sie aufs Parkett legen und ihre Kunst, wahre Menschentürme zu bauen, bringen den Zeltboden zum Vibrieren und sind der Gänsehautfaktor jeder Waldenrather Sitzung. Nicht zu vergessen die beiden Garden der DJK. Die Mittlere Garde hatte die Sitzung tänzerisch eröffnet, die Große Garde beschloss sie mit einem nicht minder bejubelten schmissigen Gardetanz.

Tanz gab‘s dann von ihr auch in der Zugabe, allerdings zu einem neumodischen „Trinklied“, an dessen Ende sich die jungen Damen gar mitten auf der Bühne einen Schnaps genehmigten. Das Finale bestritt dann die Band „Rabatz“, ebenfalls mit Besetzung aus Waldenrath.

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