Wirtschaftsfachmann will Bürgermeister in Wassenberg werden

Kommunalwahl 2020 : Grüne nominieren Thomas Lang als Kandidaten

Wenn aus der Routineversammlung zur Neuwahl eines Vorstandes ein spannendes Ereignis wird, dann standen Inhalte auf der Tagesordnung, die über das Alltägliche hinausreichten. So erging es auch den Teilnehmern der Mitgliederversammlung des Ortverbandes der Partei Bündnis 90/Die Grünen in Wassenberg.

Die Grünen befinden sich bundesweit im Aufschwung. Das lässt sich auch in Zahlen auf kommunaler Ebene belegen. „Wir konnten bei der Europawahl mit unserem Stimmenzuwachs in Wassenberg hinter der bisherigen Mehrheitspartei den zweiten Platz belegen“, betonte Robert Seidl in seinem Rechenschaftsbericht als Vorsitzender des Ortsverbandes das neue Hochgefühl.

Aus diesen Erkenntnissen heraus stand im Mittelpunkt der Versammlung auch die Nominierung eines eigenen Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2020. Zuvor erfolgten die Berichte des alten Vorstandes und seine Entlastung. Bei den Wahlen des neuen Vorstandes wählte die Versammlung den Sozialpädagogen Paul Mank aus Myhl zum neuen Vorsitzenden, Inge Kandziora-Rongen zur Kassiererin und Irmgard Stieding zur Schriftführerin.

Der Vorstand schlug der Versammlung vor, Thomas Lang als Kandidat zur Bürgermeisterwahl im nächsten Jahr zu nominieren. Lang stellte sich der Versammlung vor als ausgebildeter Bankfachwirt und Betriebswirt IHK.

Er arbeite als Berater für Altersvorsorge, Geldanlage und Immobilienfinanzierung bei der Verbraucherzentrale NRW (VZ) in Düsseldorf. Als ausgewiesener Wirtschaftsfachmann sei er auch im Wirtschaftsausschuss und im Betriebsrat der VZ aktiv.

Der 40-Jährige ist verheiratet, Vater von drei Kindern und wohnhaft in Myhl. Die Partei vertrete er als Sachkundiger Bürger im Bauausschuss der Stadt Wassenberg.

Seine Kernthemen als Bürgermeisterkandidat sehe er in der Ökologie, im Sozialen, in der Digitalisierung und bei den Finanzen. Er wolle sich dafür stark machen, dass Wassenberg bis 2030 CO2-Neutral werde; den Ausbau der erneuerbaren Energien und Speicher vorantreiben, sich für den Ausbau der Fahrradwege stark machen und im Stadtgebiet die Abschaffung von Glyphosat und die Reduzierung der Nitratbelastung durch stärkere Kontrolle durchsetzen.

Ebenso stehe er für eine Kitaplatzgarantie für jedes Kind in Wassenberg und einen Mindestanteil an sozialem Wohnungsbau bei Neubaugebieten. Bei der Digitalisierung war sein Stichwort unter anderem die papierlose Verwaltung. Bei den Finanzen die Einführung eines Bürgerhaushaltes, bei dem die Bürgerschaft für die Finanzierung bestimmter Projekte mitbestimmen solle.

Die Versammlung konnte Thomas Lang überzeugen, die ihn einstimmig nominierte. Diese Nominierung soll bei einer weiteren Versammlung zusammen mit der Listenaufstellung bestätigt werden.