Heinsberg-Oberbruch: „Wir für Ruanda“: Unterstützer der ersten Stunde hilft auch weiterhin

Heinsberg-Oberbruch: „Wir für Ruanda“: Unterstützer der ersten Stunde hilft auch weiterhin

„Ich habe immer schon einmal kommen wollen“, erklärt Philippe Rukamba in einer Mischung aus Deutsch und Französisch. Und jetzt hat es endlich geklappt. Seit Anfang Februar schon ist der Bischof von Butare im afrikanischen Staat Ruanda in Europa unterwegs.

Jetzt hat er Zeit gefunden für einen Abstecher aus Belgien nach Oberbruch, zu Kaffee, Tee und Kuchen mit Dr. Bernd und Lotte Bierbaum vom Verein „Wir für Ruanda“, mit engagierten Unterstützern des Vereins sowie mit Bürgermeister Wolfgang Dieder und Sozialamtsleiter Wolfgang Paulus.

Nur etwa sieben Kilometer vom Sitz des Bischofs in Butare liegt in Kibilizi das vom Verein „Wir für Ruanda“ gegründete Zentrum für Kinder mit geistiger Behinderung, genannt „Amizero Y‘ Ubizima“, auf Deutsch „Lebenshoffnung“. Sie kennen sich seit rund zehn Jahren, die Bierbaums und der Bischof, der in Butare bereits seit 1997 im Amt ist. „2007 haben wir mit dem Projekt begonnen, 2010 mit der Beschulung im Zentrum“, erzählt Lotte Bierbaum. 36 Kinder werden derzeit im Zentrum beschult. 36 weitere sind nach zwei Jahren im Zentrum wieder in ihre Dorfschulen zurückgekehrt. „Und das mit großem Erfolg. Das ist Inklusion“, freut sich Lotte Bierbaum. 14 Lehrer sind hier derzeit tätig, davon sechs in Ausbildung.

Gerade am Anfang sei der Kontakt zu Bischof Rukamba sehr wichtig gewesen, um mit dem Projekt in dem afrikanischen Land und in seinem Bistum, wo mehr als die Hälfte der Menschen katholisch sind, Fuß zu fassen. „Heute arbeiten wir dort für uns, aber unter dem Schutzmantel des Bischofs“, sagt sie. „Der Bischof hält immer die Hand über uns.“ „Wir waren die ersten in Ruanda, die sich um Kinder mit geistiger Behinderung gekümmert haben“, erzählt Lotte Bierbaum. Und so waren sie auch die ersten, die sich um die Ausbildung entsprechender Lehrer engagiert haben.

Nun gehe es um eine staatliche Anerkennung der Lehrer. In der Hauptstadt Kigali, rund 125 Kilometer von Butare entfernt, sei an der staatlichen Universität bereits ein Studiengang für Sonderpädagogik eingerichtet worden. Aber diese Studenten würden nach ihrem Studium nicht auf dem Land in ihrem Zentrum arbeiten wollen, sind sich die Bierbaums sicher. „Dann würde unser Konzept nicht weiter funktionieren.“ Daher führen sie derzeit mit Bischof Rukamba Gespräche über die Einrichtung eines entsprechenden Studiengangs an der katholischen Universität in Butare. Aber auch mit der Stromversorgung gibt es Probleme. Über die Zunahme von Stromausfällen klagt das Zentrum derzeit. „Viel Strom brauchen wir eigentlich nicht“, sagt Bernd Bierbaum. Abends für drei Computer und die Lampen. Mittlerweile denkt er über eine zusätzliche Stromversorgung für das Zentrum nach, etwa mithilfe eines Generators. Diskutiert wird auch eine Stromversorgung mit Photovoltaik auf den Dächern des Zentrums.

(anna)