„Wir für Ruanda – ACA“ feiert sein Ruandafest

Ruandafest : Silberjubiläum schon fest im Blick

Auch wenn der Verein „Wir für Ruanda – ACA“ sein 25-jähriges Bestehen offiziell erst am 8. November in der Oberbrucher Festhalle feiern wird, so stand doch auch das traditionelle Ruandafest auf dem Schulhof der Oberbrucher Gesamtschule ganz im Zeichen des silbernen Jubiläums des Vereins.

Dessen Vorsitzender, Dr. Bernd Bierbaum, hatte sich 1994 im Osten des Kongos als Mediziner für die vor dem Bürgerkrieg in Ruanda geflohenen Menschen engagiert und den Hilfsverein im September desselben Jahres gegründet.

Seit 2011 betreibt der Verein in Kibilizi in Ruanda ein Zentrum für Kinder mit intellektuellem Förderbedarf. Rund 250 Kinder hätten dieses Zentrum inzwischen besucht, berichtete Bierbaum nach dem ökumenischen Gottesdienst in seiner Begrüßung. Sein Dank für die Unterstützung bei dem Projekt des Vereins ging an den „zentralen Aktivistenkreis“, darüber hinaus aber an alle Menschen, vor allem in Oberbruch, die ihn in seiner Arbeit unterstützen. Der Schirmherr des diesjährigen Festes, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, habe leider nicht kommen können. Und durch ein „Kommunikationsproblem“ sei auch kein Vertreter da, bedauerte Bierbaum.

Das „Children´s Hope Centre“ in Ruanda sei sicherlich „das schönste, effektivste Zentrum seiner Art in Ruanda“, ja auch in Zentralafrika. Es habe den wesentlichen Schub gegeben, dass auch Kinder mit geistiger Behinderung in ihrer Heimat Beachtung fänden und gefördert werden könnten, um ihr Leben selbstständig zu meistern, erklärte Bierbaum. Sie würden zum Beispiel auch lernen zu nähen, zu gärtnern oder zu kochen.

Gerade entstehe vor Ort das inzwischen 19. Gebäude mit einer Lehrküche. Diese Kinder, die zuvor von ihren eigenen Schulen ausgeschlossen worden seien, würden in diesem Zentrum aufgefangen und dort lernen, ihren eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. „Sie lernen, mit ihren Fähigkeiten wertvolle Mitglieder ihrer Gesellschaft zu werden.“ Beispiele in Form von selbst genähten Rucksäcken, die beim Fest verkauft wurden, hatte Vorstandsmitglied Edith Mertens von ihrem jüngsten Besuch im Zentrum mitgebracht.

Den ökumenischen Gottesdienst hatten die evangelische Pfarrerin Sabine Frauenhoff aus Wassenberg und ein Team der katholischen Pfarrei St. Aloysius gestaltet. Pfarrer Konrad Mohr hatte den Weg zurück aus dem Urlaub nicht rechtzeitig geschafft, aber Mechthilde Schnitzler konnte seine Predigt verlesen, die wie der Gottesdienst mit dem Leitgedanken „Mit Ausdauer zum Erfolg“ überschrieben war. Mohr betrachtete darin das Lukasevangelium, in dem der Hirt sich auf die Suche macht nach dem verlorenen Schaf macht. Ein mutiger Hirte könne heute unmöglich ein einzelner Mensch sein. „Sinnvollerweise heißt der Verein ja ‚Wir für Ruanda‘!“, schrieb er. „Das verlangt von allen Beteiligten, zum Gelingen das beizutragen, was ich als Einzelner leisten kann, aber allein, ohne die anderen, nicht schaffen kann!“

Genau das zeigte sich an den drei Tagen des Ruandafestes in seinem reichhaltigen Programm. Da gab es ein ganz vielfältiges Angebot mit Musik und Tanz auf zwei Bühnen, einen Handwerker- und Hobbykünstlermarkt, ein Kinderfest mit kreativen Workshops, eine Autoschau und nicht zuletzt einen Schlemmermarkt mit portugiesischen, afrikanischen und indischen Spezialitäten, aber auch mit leckeren deutschen Reibekuchen.

Weitere Informationen: www.wir-fuer-ruanda.org