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Umdenken wegen Corona: Winterzirkus – ja, aber irgendwie anders

Umdenken wegen Corona : Winterzirkus – ja, aber irgendwie anders

Die Organisatorin des Hückelhovener Winterzirkus hat Alternativen zum gewohnten Präsenz-Konzept entwickelt. Im Moment muss sie aber noch abwarten.

Der Hückelhovener Winterzirkus befindet sich zurzeit im „Wartemodus“. Das sagt Bianca Schiff, AG-Leiterin und Lehrerin am städtischen Gymnasium. Den Zirkus gibt es seit mehr als zehn Jahren, er bedeutet regelmäßiges Trainieren im Vorfeld, Gast-Artisten aus ganz Deutschland und eine volle Aula in Hückelhoven beim großen Auftritt. Alles ist zu Pandemiezeiten nicht so möglich, wie es sonst alle gewohnt sind.

Dass nicht alles so werden würde wie sonst, war für die Organisatoren schnell absehbar. Auflagen erschwerten das Training, im Augenblick ist es sogar unmöglich. In Schiffs AG sind Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Stufen. Insgesamt sind es ungefähr 40 junge Artisten, sagt sie – Schüler des Gymnasiums, Grundschüler und auch Ehemalige. Zunächst habe man noch in getrennten Gruppen Corona-konform trainiert. Nun steht das Training vorerst still.

Die Planungen von Schiff tun es aber nicht. Und so ist der Winterzirkus in diesem Jahr als Live-Stream geplant – eine Alternative, die sowohl mit als auch ohne „echte“ Zuschauer in der Aula stattfinden kann. Hauptsache, Zirkus, Hauptsache, eine Bühne, Hauptsache, keine vollständige Absage. Und Hauptsache, es ist sicher. „Die jungen Artisten brauchen Ziele, und sie wollen zeigen, was sie gelernt haben“, sagt Schiff. Ausgestrahlt werden soll das Ganze vom lokalen Fernsehsender „myRegio TV“. Im Augenblick ist das Zirkusprojekt dafür noch auf der Suche nach Sponsoren.

Und sollte ein Live-Auftritt zum geplanten Termin Ende Januar doch nicht möglich sein, könnten die Artisten ihre Auftritte auch einzeln aufführen oder Video-Aufnahmen aus den vergangenen Jahren zusammensammeln und das Gesamtkunstwerk könnte dann zu einer Aufzeichnung zusammengeschnitten werden. „Wenn alle Stricke reißen“, sagt Schiff dazu. Dafür sei man gerade im Kontakt mit den verschiedenen Gruppen, sagt Schiff.

Der Winterzirkus „Pepperoni and friends“ ist aus dem Zirkusfestival entstanden, das alle zwei Jahre in Hückelhoven stattfindet. 2005 fand es zum ersten Mal statt. Inzwischen sei die Veranstaltung etabliert, die Nachwuchs-Artisten seien international und reisten für das Festival nach Hückelhoven. Beim Winterzirkus stammten die Teilnehmer neben den Hückelhovener Gastgebern meistens aus Deutschland, eher noch aus NRW. Inzwischen seien Kontakte und Freundschaften entstanden. „Zirkus ist eine wunderbare Möglichkeit, sich näherzukommen“, sagt Schiff.

Hoffnung auf den Schulstart

Nur dass das physische Näherkommen in Zeiten von Corona nicht ohne Weiteres möglich ist. Schiffs AG trainiert eigentlich einmal die Woche. Inzwischen gibt es auch einen Verein, der das Zirkusfestival unterstützt. Dort findet auch sonntags Training statt, so dass jeder junge Artist zweimal die Woche jeweils 90 Minuten trainieren könnte. Wann das wieder möglich ist – Schiff weiß es nicht. Sie hofft aber. Auf den Schulstart am 11. Januar. Der Termin für die Aufführung des Winterzirkus ist für den 29. Januar angesetzt. Ob als Live-Veranstaltung, als Live-Stream oder als Zusammenschnitt, der Zirkus soll ein bisschen Abwechslung in die Coronavirus-Zeit bringen.