"Winds in Concert" vereint zwei Orchester auf der Bühne

Konzert : Frische Winde wehen durch die Aula in Gangelt

„Winds in Concert“ vereinte zwei ausgezeichnete Orchester unter einem Dach. In der Gesamtschule in Gangelt traten das Orchester für sinfonische Blasmusik West Harmony und die Koninklijke Harmonie Lentekrans Linne auf und begeisterten ihr Publikum mit einem wunderbaren Konzertprogramm.

Leider mussten die verdienten Standing Ovations am Ende des Konzertes entfallen. Ein Orchestermitglied hatte während des letzten Stückes einen epileptischen Anfall erlitten, der zum Abbruch des Konzertes zwang. Die Mitglieder von West Harmony danken auf diesem Wege einer Dame aus dem Publikum, die zusammen mit einem Orchestermitglied eine Reanimation durchgeführt hatte. Der betroffene Musiker befindet sich inzwischen auf dem Wege der Besserung.

Rebecca van Kurt hatte die Gäste zum Konzert in der Aula der Gesamtschule begrüßt und erläutert, dass West Harmony inzwischen unter dem Segel des neu gegründeten Orchestervereins Kreis Heinsberg die sinfonische Blasmusik zur Blüte treibt. Rebecca van Kurt bedauerte in ihren Begrüßungsworten, dass die Trennung vom Kreismusikerbund, dem West Harmony wie auch das Flötenensemble Seitenwind, das ebenfalls zum neugegründeten Orchesterverein wechselte, angehörten, nicht ganz unproblematisch verläuft.

Glücklicherweise übertrugen sich die Schwierigkeiten im Hintergrund nicht auf das Konzert, das erneut die Meisterschaft von West Harmony unterstrich. Fünf Stücke hatten die Orchestermitglieder, die aus der weiten Umgebung wie aus vielen Vereinen des Kreises Heinsberg anreisen, für dieses Gemeinschaftskonzert ausgewählt. Dirigent Martin Kirchharz aus Bonn gehört zu den Gründungsmitgliedern von West Harmony.

Seine Vertrautheit mit den Musikern zeigte sich in vielen Details, wenn er etwa nach einem sehr schön gelungenen Stück, in dem auch die ganz leisen Passagen von großer Intensität erfüllt waren, die entsprechenden Musikerinnen und Musik nacheinander bat, den Beifall des Publikums entgegenzunehmen, solange bis alle Musiker standen. Der Superman March ist eines der wenigen Stücke im Repertoire, das für Blasorchester bearbeitet wurde, ansonsten richten die Musiker von West Harmony ihre Aufmerksamkeit vor allem auf Originalkompositionen für Blasorchester.

Noah´s Ark wurde von Bert Appermont für Blasorchster komponiert und thematisiert die Flucht vor der Sintflut. Benedictus, der vielleicht schönste Teil der von Karl Jenkins erdachten Friedensmesse, bot Frank Lórtije die Gelegenheit zu einem gelungenen Solo auf dem Euphonium, einem Bügelhorn. Die programmatische Komposition Lexikon of the Gods von Rossano Galante kam bei den Zuhörern besonders gut an, sicherlich auch wegen der Blitzte des Zeus, die das tiefe Blech des Orchesters in den Konzertsaal hinein schleuderte.

Ein Hit-Mix der legendären Soulband Earth, Wind & Fire schloss den Konzertteil der West Harmony ab, der mit einem begeisterten Applaus des Publikums belohnt wurde. Die engen Beziehungen zu den niederländischen Musikfreunden hatte die Koninklijke Harmonie Lentekrans Linne nach Gangelt geholt.  Das Orchester trat unter der Leitung von Jos Simons auf.

Tales & Legends von Etienne Crausaz, eine Komposition, die die Geschichte der letzten in der Schweiz als Hexe hingerichteten Frau zum Thema hat, wurde vom Publikum sehr gut aufgenommen. Der Klarinettist John Bekkers spielte ein exzellentes Klarinettensolo in dem Stück „Music from Szék“, das den langjährigen freundschaftlichen Beziehungen der Harmonie Lentekrans nach Ungarn gewidmet war. Eine weitere Hommage an Ungarn musste am Ende des Konzertes leider entfallen.

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