Wilhelm-Willms-Chor überzeugt zum zehnjährigen Bestehen

Konzert : Wilhelm-Willms-Chor überzeugt zum zehnjährigen Bestehen

Wer hätte das 2009 gedacht, dass aus dem damals gegründeten Projektchor ein eigenständiger gemischter Chor wird, der nun in der evangelischen Christuskirche in Heinsberg als Wilhelm-Willms-Chor ein Jubiläumskonzert zum zehnjährigen Bestehen geben konnte.

Mit den vertonten Texten des Chor-Namensgebers gedachte man in besonderer Weise dem damaligen Heinsberger Probst Wilhelm Willms. Die Zuhörer wurden mit einbezogen und konnten, nachdem man mit Chorleiter Willi Kann „vorgeprobt“ hatte, bei den im Programm ausgedruckten Texten kräftig mitsingen. Begleitet wurde der Chor am Flügel vom Dirigenten Willi Kann und von der Pianistin Anna Trofymchuk, mit der Gitarre von Jakob Gerards, am Schlagzeug von Peter Jansen und von den beiden Flötistinnen Jule Meyers und Alexandra von Berg.

Schon alleine optisch bildete der Willms-Projektchor eine Einheit. Stimmlich erreichten die 28 Sängerinnen und zehn Sänger unter der Leitung ihres versierten Dirigenten eine gelungene Harmonie. Die Lieder klangen modern, feierlich-anmutig aber auch temperamentvoll, die Texte stimmten teils nachdenklich und spiegelten die vielfältigen Emotionen des christlichen Glaubens wider.

Der Chor sang neben anderer moderner Chorliteratur auch die bekannten Lieder von Wilhelm Willms, der es verstand, in seinen Texten die alte Botschaft der Bibel in unsere Zeit und unsere Sprache zu holen. Die Lieder „O stell dir vor “ (Musik von Nis-Edwin List Petersen), „Deuteengel“ und „Die Waffen verrotten zu Staub“ (Musik von Hans-Jörg Böckeler) sowie „Brot, das die Hoffnung nährt“, „Wenn das rote Meer grüne Welle hat“, „Hungertuchlied“ und „Kinderzirkuslied“ (Musik von Peter Janssens) gehören zur Form der musikalischen Auseinandersetzung mit dem Glauben und der Liturgie und sind als „Neues geistliches Liedgut“ bekannt.

Zwischen den Liedvorträgen sprachen Grußworte Chorleiter Willi Kann, 1. Beigeordneter der Stadt Heinsberg Jakob Gerards, Pfarrer Sebastian Walde, Juliane Reiter, Marianne Jansen und Pfarrer René Mertens. Die von der Pianistin Anna Trofymchuk virtuos am Flügel gespielten Sonaten (Nr. 59 Es-Dur 2. Satz Adagio e cantabile von Joseph Haydn) und (Op. 2 A Dur 2. Satz Largo apassionato von Ludwig van Beethoven) fügten sich perfekt in das Konzertgeschehen ein. Es war ein Genuss zu erleben, wie die Solistin ihr Spiel mit viel Gefühl, hohem Können und enormer Gestaltungskraft interpretierte.

Mit „All things bright and beautiful“ und „A clare Benediction“ beide von John Rutter sowie „Ubi caritas“ von Audrey Snyder und „An Irish blessing“ von J.E.Moore waren herrlich in englisch gesungene Lieder zu hören. Mit Felix Mendelssohn Bartholdys „Verleih uns Frieden gnädiglich“ und mit dem im modernen Chorsatz gesungenen „Vater unser“ von Frank Martin sowie mit dem klangvollen „Cantique de Jean Racine“ von Gabriel Faure endete das Jubiläumskonzert. Gleich zweimal musste der Chor eine Zugabe geben, ein Zeichen dafür, dass die Konzertbesucher restlos begeistert waren.

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