Heinsberg: Wie Team LoonyDay das Streetsoccer-Turnier für sich entscheiden will

Heinsberg: Wie Team LoonyDay das Streetsoccer-Turnier für sich entscheiden will

Uwe Jakait ist staatlich anerkannter Erzieher mit dem Schwerpunkt Freizeit- und Erlebnispädagogik und als Vollzeitkraft im Jugendcafé LoonyDay in Heinsberg tätig. Schwerpunkte seiner Arbeit sind Sport- und Freizeitangebote, auch außerhalb des LoonyDay. Sebastian Walde ist Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Heinsberg und damit der Arbeitgeber von Uwe Jakait, der die evangelische Stelle des ökumenisch geführten LoonyDay besetzt.

Mohamed und seine Kumpel bilden gemeinsam eine aufstrebende Fußballmannschaft. Sebastian Walde hat auch schon mal Fußball gespielt, wäre aber wohl eher ein Fall für die Ersatzbank, wenn es um richtige Turniere geht wie das, das Uwe Jakait und seine Jungs gerade austragen.

Heimvorteil am letzten Spieltag

Streetsoccer heißt das Spiel, das Mohamed und seine Mannschaft mit Leidenschaft betreiben. Erstmalig nehmen sie an einem dreitägigen Turnier zusammen mit Mannschaften aus Häusern der Offenen Jugendarbeit im Kirchenkreis Jülich teil. Die ersten beiden Turniertage fanden bereits in Geilenkirchen und Übach-Palenberg statt.

Der dritte Tag beschert dem Team einen Heimvorteil. Dann richtet das LoonyDay in der Sporthalle in Oberbruch das letzte, entscheidende Turnier aus. Bis jetzt sieht es für die Mannschaft des LoonyDay gar nicht schlecht aus. Zuletzt konnte sie in Übach den Tagessieg erringen. Der Turniersieger wird aber erst am 9. Dezember in Oberbruch gekürt.

Wer sich mit Mohammed und seinen Teamkollegen unterhält, wird erst mal nicht viel erfahren. Die Jungs bleiben einsilbig, jagen dem Ball nach. Zwei haben Boxhandschuhe an. Das ist selbst beim Streetsoccer eine eher ungewöhnliche Sportbekleidung. Ob man denn das Boxen im Leben braucht? Die Frage geht an einen 16-Jährigen. Der denkt, lächelt und sagt: „Ja, klar.“

Alle Mitglieder des Soccer-Teams sind zwischen 16 und 17 Jahre alt und haben einen Migrationshintergrund, wie es schön heißt, wenn man persönliche Schicksale etwas abkürzen will. Uwe Jakait spielt selber Fußball bei den Alten Herren in Hückelhoven und gibt, wie die Jungs auf dem Feld, sein Bestes als Trainer. Sogar eigene Trikots konnte er für seine Mannschaft bei einem Kölner Traditionsclub loseisen, dem ein Sieg derzeit auch mal ganz gut tun würde.

Jakait ist froh, dass sich unter den Jungs eine Gemeinschaft gebildet hat, die zusammenhält. Pfarrer Sebastian Walde: „Die jungen Leute haben bei diesem offenen Angebot auch ihre innere Grenze, die ihnen sagt, ‚ich gehöre nicht dazu‘, ein Stück überwunden. Sie treten zwar cool auf, aber ob ihr Selbstvertrauen wirklich so groß ist? Wenn wir ihnen mit diesem Angebot helfen können, zu zeigen, was in ihnen steckt, wäre das sehr schön.“ Er fügt hinzu „Ich glaube, die Jungs haben hier den Mut gefunden, das anzupacken, was noch vor ihnen liegt. Sie schaffen das alles, diesen Gedanken hat Uwe Jakait ihnen mitgegeben.“

Im Vordergrund des Turniers stehen nicht nur Bewegung und Sport oder das jeweilige Rahmenprogramm, sondern auch die multikulturelle Vielfalt, der Respekt voreinander und die Toleranz untereinander. „Die Jugendlichen gehen ausgesprochen fair miteinander um“, stellt Trainer Uwe Jakait fest.