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Mehr Autos mit GK und ERK unterwegs: Wie der Kreis zu seinen Kennzeichen kam

Mehr Autos mit GK und ERK unterwegs : Wie der Kreis zu seinen Kennzeichen kam

Mittlerweile sind je über 20.000 GK- und ERK-Fahrzeuge zugelassen. Und es lohnt ein Blick in die Historie im Kreis Heinsberg, der nicht immer das Kennzeichen HS trug. Zuwachs gibt es auch bei E-Mobilität und Oldtimern.

Das Autokennzeichen ist für viele Fahrer ein Stück Identität. Es repräsentiert die Heimat, und mit Wunschkennzeichen lassen sich auch Namenskürzel, Geburtsdaten, Lieblingszahl oder einfach ein Wortspiel ausdrücken. Seit dem September 2013 sind zudem vielerorts die Kennzeichen von aufgelösten Landkreisen wieder beantragbar – und das wird auch im Kreis Heinsberg mit den Kennzeichen ERK (Erkelenz) und GK (Geilenkirchen) rege genutzt. Wie das Straßenverkehrsamt auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilte, waren im Jahr 2020 24.272 ERK-Kennzeichen registriert und 21.307 GK-Kennzeichen. 2015 waren es noch 10.055 beziehungsweise 7547.

Doch die Geschichte der Autokennzeichen ist über 110 Jahre alt – und durchaus abwechslungsreich im Kreis Heinsberg. Mit dem Aufkommen der Automobile im 20. Jahrhundert wurde ein System nötig, mit dem sie ihren Haltern zugeordnet werden konnten. 1906 beschloss der Bundesrat im Deutschen Reich deshalb die Zuordnung von Kennzeichen zu den Provinzen, wobei die Rheinprovinz – und damit die damaligen Landkreise Heinsberg, Geilenkirchen und Erkelenz – das wenig identitätstiftende „IZ” samt einer individuellen Zahl erhielt. So sollte es auch bis nach dem Zweiten Weltkrieg bleiben, als die Besatzungsmächte das System der Kraftfahrzeuge überarbeiteten. Aus „IZ” wurde für kurze Zeit „AAC” für den Aachener Regierungsbezirk, gefolgt von einer Nummer zwischen 300000 und 399999 für den mittlerweile zusammengelegten Landkreis Geilenkirchen-Heinsberg und 400000 bis 499999 für Erkelenz.

Ab 1947 wurde daraus schließlich die Kennzeichnung „BR” (Britische Besatzungszone Rheinland) und später „R” (Rheinland), gefolgt von der 04 für Erkelenz oder 05 für Geilenkirchen-Heinsberg. Doch auch mit ihren neuen Kennzeichen waren die Menschen im Kreis nicht lange unterwegs. Zum 1. Juli 1956 erhielt der Landkreis Erkelenz schließlich die Kennung ERK – und der Kreis Geilenkirchen-Heinsberg nicht etwa HS sondern: GK. Der Selfkant wurde dabei erst 1963, nach dem Ende der niederländischen Verwaltung, eingegliedert.

Zum Anfang der 70er Jahre mussten sich die Menschen in der Grenzregion schon wieder umgewöhnen. Denn die kommunale Neugliederung legte nicht nur zahlreiche Ortschaften zusammen, sondern vereinigte zudem erstmals die Landkreise zum neuen Kreis Heinsberg, der das heute bekannte, einheitliche HS-Kennzeichen erhielt.

Im Zuge der Kennzeichenliberalisierung im September 2013 wurde die Vielfalt dann wieder größer – und immer mehr Menschen sind mit ERK, GK oder in den Nachbarkreisen auch mit MON (Monschau) und SLE (Schleiden) unterwegs. Und während mittlerweile über 45.000 Autos mit GK- und ERK-Kennzeichen ausgestattet sind, sinkt die Anzahl der HS-Fahrzeuge. 2015 waren derer 180.847 unterwegs, 2020 nur noch 173.555.

Mit einer Reform der Landkreise und neuen Kennzeichen ist in absehbarer Zeit nicht zu rechnen. Allerdings konnte das Kreiskürzel 2020 mit der Kampagne „#hsbestrong” eine unerwartete Popularitätssteigerung erfahren. Bleibt abzuwarten, ob sich der neue Stolz auf den gemeinsamen Landkreis auch bei den Kennzeichen auswirken wird.