Wegberg-Beeck: Widerstand gegen geplante Grundschulschließung

Wegberg-Beeck: Widerstand gegen geplante Grundschulschließung

Klassischer kann ein Zeichen nicht sein: ein Apfelbäumchen als Zeichen der Hoffnung. Die Gemeinschaftsgrundschule „Am Beeckbach“ feiert gemeinsam mit dem Kindergarten am Freitag, 18. März in der Zeit von 10 bis 11.45 Uhr ein „Apfelbaumfest“.

Auf dem Schulgelände wird der Apfelbaum gepflanzt, den der Beecker Dorfausschuss als Sonderpreis beim Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gewonnen hat. Damit setzt das Apfelbäumchen auch ein Zeichen der engen Verbundenheit zwischen Dorf und Schule. Die Hoffnung soll Wurzeln schlagen angesichts der im Stadtgebiet Wegberg geplanten Schulschließungen im Rahmen des Haushaltssicherungskonzepts (HSK).

Offener Protestbrief

Dass Schulen geschlossen werden, darüber hat der Rat bereits im Rahmen des Maßnahmenpaketes zur Haushaltssicherung entschieden. Derzeit beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe mit den Einzelheiten. Die Freunde und Förderer der Beecker Grundschule hoffen jedenfalls, „dass man im Rat der vielfachen Bitte der Bürger nachkommt, anstelle der Schulschließungen alternative Sparmaßnahmen oder Einnahmeerhöhungen zu finden“, sagt die Schulpflegschaftsvorsitzende Petra Bieker. Noch steht nicht fest, welche Grundschule die Pforten schließen soll. Einsparungen von 291.000 Euro jährlich sollen durch die Aufgabe von Grundschulstandorten erwirtschaftet werden.

Widerstand formiert sich nicht nur Beeck. „Wir haben inzwischen mit den Elternvertretern der Grundschulen in Rath-Anhoven, Wegberg (Erich-Kästner-Grundschule) und Merbeck eine Unterschriftenliste auf den Weg gebracht“, erklärt Petra Bieker. Damit beteiligen sich vier von sechs Wegberger Grundschulen am Protest. In einem offenen Brief an Bürgermeister, Rat und Verwaltung der Stadt Wegberg widersprechen die Unterzeichner der HSK-Maßnahme „vehement“ und fordern „Hände weg von unseren Grundschulen!“

Langfristiger und nachhaltiger Schaden werde für die Stadt prognostiziert, das Dorfleben bleibe auf der Strecke und für junge Familien werde die Stadt unattraktiv. Aufgrund der positiven Auswirkungen der Grundschulen auf die Lebensqualität in einem Ortsteil bitten die Unterzeichner, über alternative Möglichkeiten durch Einsparungen oder Mehreinnahmen an anderer Stelle nachzudenken.

Auch die Besucher des Apfelbaumfestes werden die Möglichkeit haben, sich dieser Bitte auf bereitliegenden Unterschriftenlisten anzuschließen.

(mb)