West-Verkehr GmbH übernimmt Linien von Busverkehr Rheinland GmbH

Mobil unterwegs : Veränderungen für Reisende mit dem Bus im Kreis Heinsberg

Die West-Verkehr GmbH soll zum 1. Januar 2020 die bisher von der Busverkehr Rheinland GmbH bedienten Linien übernehmen. Für Kunden des ÖPNV ergeben sich dadurch einige Änderungen.

Unabhängig davon, dass der Rechtsstreit um die Direktvergabe des Dienstleistungsauftrags für den öffentlichen Personennahverkehr durch den Kreis an die West-Verkehr GmbH noch nicht abgeschlossen ist und derzeit sogar den Bundesgerichtshof beschäftigt, hat der Ausschuss für Umwelt, Klima, Verkehr und Strukturwandel das ÖPNV-Gesamtliniennetz im Kreis Heinsberg beschlossen. Dieses soll mit Wirkung zum 1. Januar 2020 von der West-Verkehr GmbH umgesetzt werden. Dabei wird das Unternehmen die bisher von der Busverkehr Rheinland (BVR) GmbH bedienten Linien übernehmen.

Folgende Veränderungen ergeben sich zum Jahreswechsel: Die bisherige Linie 404 wird in die Linie 405 (Erkelenz-Wassenberg) integriert. Die Linie 406 (Erkelenz-Kleingladbach-Hückelhoven-Brachelen-Linnich) wird nach Linnich verlängert und die Leistung der bisherigen Linie 409 komplett integriert. Eine Anbindung nach Keyenberg (neu) erhält die Linie 412 (Erkelenz-Wegberg). In die Linie 423 (Gangelt-Birgden und -Breberen) wird die Leistung der BVR-Linie 516 übernommen. Die Linie 436 (Heinsberg-Waldfeucht-Selfkant-Tüddern) wird in Verbindung mit der Linie 475 angepasst. Die Linie 475 (Heinsberg-Oberbruch über Heinsberg, Waldfeucht nach Selfkant-Tüddern) wird angepasst und ausgeweitet in Verbindung mit der Linie 436.

Die Linie 497 wird in die Linie 491 (Geilenkirchen-Scherpenseel-Übach-Palenberg) integriert. Dieser Bus wird weitestgehend im Stundentakt bedient. Die Grundschule Scherpenseel ist integriert und sowohl in Geilenkirchen als auch in Übach-Palenberg sollen die Zuganschlüsse sichergestellt werden. In die Linie 493 (Heinsberg-Oberbruch-Dremmen-Lindern) wird die Leistung der BVR-Linie 510 übernommen.

Zudem wurde das Liniennetz im Stadtgebiet Hückelhoven überarbeitet. Hier wird eine zweite Stadtbuslinie eingeführt und die Linienführung zu den Außenorten „neu sortiert“, wie es in der Verwaltungsvorlage hieß, „sodass insgesamt eine bessere Vernetzung erreicht wird.“ Diskutiert wurde im Ausschuss darüber hinaus ein Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, in Erkelenz den Stadtbus probeweise auch samstags bis in die späten Nachmittagsstunden anzubieten und einen Stadtbus in Heinsberg einzuführen. In der zweiten Jahreshälfte 2020 könnten entsprechende Pläne vorgestellt werden, erklärte Ralf Dick vom Amt für Umwelt und Verkehrsplanung.

Wer die Kosten für die neuen Linien übernimmt, blieb noch offen. Während die FDP schon einen Antrag vorlegte, den Probebetrieb auf ein Jahr zu begrenzen und die Kosten zu 100 Prozent den jeweiligen Kommunen aufzubürden, sprach Dick davon, dass die Finanzierung auch im Rahmen der allgemeinen Umlage möglich sei. Wenn der Kreis beschließe, neue Stadtbuslinien einzuführen, könne man die Kosten nicht den Kommunen anlasten, erklärte der zuständige Dezernent Reinhold Lind ergänzend im Gespräch mit dieser Zeitung. Erwin Dahlmanns (CDU) regte in diesem Zusammenhang in der Sitzung an, auch eine Buslinie für die drei Gemeinden Gangelt-Selfkant-Waldfeucht an, schmunzelnd „Emirate-Bus“ genannt. Der Ausschussvorsitzende sah dabei schon lächelnd einen Bus mit der Aufschrift „Linie VE 1“ vor sich.

Diskutiert wurde im Ausschuss schließlich ein Antrag der FDP, dass sich der Kreis Heinsberg in den entsprechenden Gremien für ein Jobticket unabhängig von der Unternehmensgröße einsetzen möge. In der Stellungnahme des AVV dazu hieß es, dass ein Jobticket tatsächlich lediglich allen Unternehmen mit einer Mindestzahl von 15 Mitarbeitern angeboten werde. Darüber hinaus gebe es aber auch das AVV-Firmen-Ticket für eine Zahl von zwei bis 49 Mitarbeitern. Dieses Abonnement sei über einen Dachverband wie etwa die Kreishandwerkerschaft oder den Handelsverband beziehbar, erweise sich jedoch leider als nicht erfolgreich. „Aus diesem Grund setzen wir uns intensiv damit auseinander, wie ein erfolgreiches Alternativprodukt für kleinere Unternehmen aussehen kann“, hieß es in der Stellungnahme des AVV.

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