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Werbegemeinschaft Hückelhoven: wep-Lauf fällt dem Coronavirus zum Opfer

Werbegemeinschaft Hückelhoven : wep-Lauf fällt dem Coronavirus zum Opfer

Es ist ein heiß diskutiertes Thema in der Laufszene: Wettkämpfe zu Zeiten einer Pandemie. Soll man? Soll man nicht? Um viele Läufevents tobt eine hitzige Diskussion. Sollte ein Wettkampf mit hunderten Teilnehmer und Teilnehmerinnen stattfinden?

Bei einigen geplanten Läufen wurden um die 40-seitige Hygiene-Konzepte von den Veranstaltern vorgelegt. Dennoch hängt die Frage im Raum: Kann man so einen Wettkampf während einer Pandemie überhaupt verantwortungsvoll veranstalten? Spreading ist das momentan bekannte Risiko, und Laufen ist intensives Atmen, also Spreading pur. Und das konzentriert in der Innenstadt?

Daher heißt es vielerorts: umdenken. Statt eines eintägigen Wettkampfs könnte man die Veranstaltung kurzerhand auf zwei Tage verteilen, um das Event etwas zu entzerren. Teilnehmende müssen eine Maske oder ein Tuch beim Start tragen, Einzelstarts mit Nettozeiten – also die Zeit nach überlaufen der Start- und Ziellinie – würden genommen, die Siegerehrung gibt es als Facebook-Live-Stream.

Klingt fast wie ein komplett anderes Event. Für den wep-Lauf gab es lange noch ein Fünkchen Hoffnung – bis jetzt! Nun kommt doch die offizielle Nachricht von der Werbegemeinschaft Hückelhoven und dem TuS Jahn Hilfarth: Der wep-Lauf 2020 wird dieses Jahr nicht stattfinden. Vor den Ferien sah es langsam ein bisschen positiver aus. Die Fallzahlen gingen herunter, die Kitas wurden wieder geöffnet, die Kontaktverbote gelockert, und die ersten Veranstaltungen durften wieder stattfinden. Es waren kleine Schritte wieder zurück in die Welt, die wir vor der Pandemie kannten.

Beim Team vom wep-Lauf galt schließlich: Im Zweifel für die Sicherheit. „Der wep-Lauf ist einer der schönsten Laufveranstaltungen in der Umgebung“, sagt der leidenschaftliche Läufer und Geschäftsführer der Werbegemeinschaft Ralf Sester. „Aber definitiv war er in den letzten Jahren auch immer ein wunderbares Familienfest mit entsprechender Stimmung und Atmosphäre. Ihn jetzt ohne Zuschauer durch die City laufen zu lassen und trotzdem das Infektionsrisiko zu erhöhen, klingt in der Tat unvernünftig.“

Das sieht auch Olli Hermsmeier, der 1. Vorsitzende des TuS Jahn Hilfarth, so. „Der Spaß am Sport und Bewegung muss der Sicherheit untergeordnet werden.“ Daher freut sich das Veranstalterteam auf einen hoffentlich wesentlich unbeschwerteren wep-Lauf 2021. Steffi Schmitz-Görres, die den Lauf auch schon einige Jahre organisatorisch begleitet, hofft: „Selbst wenn das Thema Covid-19 dann nicht vom Tisch sein sollte, gibt es genügend Erfahrung, wie im ,normalen Pandemieleben’ so eine Veranstaltung wieder unbeschwert angegangen werden kann.“