Tradition in Millen: Wenn Kamele zur Pferdesegnung kommen...

Tradition in Millen : Wenn Kamele zur Pferdesegnung kommen...

Was machen rund 40 herausgeputzte Pferde, ihre ebenso herausgeputzten Reiter, ein Dromedar und ein Lama vor der Zehntscheune in Millen? Na, sie warten auf die Pferdesegnung, die zur Millener Maikirmes einfach dazugehört und die für die Reiter als Start in die Saison etwas ganz Besonderes ist.

Zuerst wird am Kirmessonntag aber das Festhochamt in der historischen St. Nikolaus Kirche gefeiert und anschließend folgt die Prozession zum Kapellchen. Danach ziehen Schützen, Pastor und die Prozessionsteilnehmer zurück in Richtung Pfarrkirche und hier erfolgt an der Ecke Kirchplatz/Johann-Grein-Straße im Bereich der Zehntscheune die Pferdesegnung.

Pater Eduard hielt noch einmal inne und bat vor der Segnung kurz zum Gebet. Dann verfolgten viele Dorfbewohner und Gäste, unter ihnen auch Bürgermeister Herbert Corsten, wie er die Arme hob und die segnenden Worte sprach. Für die Pferdefreunde ist es ein wichtiger Moment. Aber auch die Freunde der Paarhufer kamen auf ihre Kosten, denn anschließend wurden ein großes und kleines Kamel vom Pater gesegnet.

Besonders für die anwesenden Kinder ein ganz spannender Moment, schließlich sieht man nicht alle Tage ein Dromedar auf Millens Straßen, und auch das Lama zog die neugierigen Blicke auf sich. Nach der Segnung drehten die beiden Tiere auf dem Platz vor dem Schützenheim ihre Runden, begleitet von vielen Neugierigen.

Am Kirmesmontag gab nach der Messe eine weitere Segnung, diesmal ging es aber um Gefährte mit mehr als einer Pferdestärke. Der Oldtimerverein Millen hatte seine Schätzchen für die Fahrzeugsegnung ebenso in Reih und Glied aufgestellt, wie viele Dorfbewohner, die mit einem gesegneten Fahrzeug auf allzeit sichere Fahrt und Ankunft hoffen.

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